Ganderkesee „Der Balken wird immer größer“, erklärt Thomas Fleischer, Inhaber des gleichnamigen Fernseh-Fachgeschäftes in Ganderkesee. Diesen Balken sehen Nutzer des DVB-T-Standards seit geraumer Zeit: Er zeigt die Zeitspanne an, in der das Fernsehempfangs-System noch zu nutzen ist. Nicht mehr lange: Am 29. März wird das DVB-T-Fernsehen nach 13 Jahren abgeschaltet. Nutzer eines DVB-T-Decoders – sei es als Receiver am Fernseher, als eingebauter Tuner im Gerät oder per DVB-T-Stick am Computer – konnten bisher kostenfrei einige der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender empfangen.

Antennenempfang

DVB-T steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“, auf deutsch etwa „Digitale Videoübertragung – Antennenfernsehen“. Die Übertragungsmethode wurde 2004 für den Endnutzer eingeführt und sollte es ermöglichen, über erdgebundene Sendestationen digitales Fernsehen zu empfangen. Das Empfangen von allen verfügbaren Sendern über DVB-T ist kostenlos .

DVB-T2 HD ist der Nachfolger des DVB-T-Fernsehens, der bereits seit 31. Mai 2016 nutzbar ist. Künftig sollen so Fernsehprogramme in HD (High Definition), also mit hochauflösendem Bild, auch per Antenne empfangen werden können. Im Vergleich zum alten DVB-T-Fernsehen werden größere Datenmengen versendet. Außerdem sind mehr Sender verfügbar: 40 Programme stehen zur Verfügung. Nachteil des neuen Standards ist lediglich der jährliche Preis von 70 Euro für den Empfang privater Sender. Übergreifend regional verfügbar sein soll DVB-T2 HD bis Mitte 2019.

DVB-T2 HD ist der Name der neuen Variante. Damit wird vor allem ein besserer Empfang sowie ein hochauflösendes Bild versprochen. An die 40 Sender sollen verfügbar sein. Die Neuerung hat aber auch ihren Preis: „Nur öffentlich-rechtliche Sender können weiterhin kostenfrei empfangen werden“, so Fleischer. Wer dennoch auch in Zukunft das Programm privater Sender genießen möchte, muss dafür 70 Euro pro Jahr zahlen. Die Bezahlung läuft nutzerfreundlich über eine Prepaid-Karte, auf der eine Zahlenfolge zu finden ist, die die Nutzung der privaten Sender über DVB-T2 HD für zwölf Monate freischaltet.

Insgesamt zehn Monate Zeit hatten Nutzer für den Umstieg: Stichtag der Freischaltung von DVB-T2 HD war der 31. Mai 2016. Wer den neuen Standard jetzt schon nutzt, kann übrigens noch kostenfrei sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Sender genießen – das Bezahlmodell läuft ab acht Wochen nach Datum der Abschaltung von DVB-T.

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Um DVB-T2 HD zu empfangen, muss allerdings ein neues Gerät vorhanden sein: „Eine Einigung auf die Norm, DVB-T2 fähige Tuner in Geräte einzubauen, gab es in der Industrie erst Anfang 2015“, weiß Thomas Fleischer. Wer ein älteres Fernsehgerät benutzen möchte, muss sich einen DVB-T2 HD fähigen Decoder oder Receiver anschaffen. Einen Lichtblick gibt es allerdings für alle, die noch immer die alte Fernsehantenne auf dem Dachboden haben, denn „die kann man auch weiterhin mit DVB-T2 nutzen“, so Fleischer.

Die meisten Kunden würden jetzt allerdings auf Satellitenfernsehen umrüsten, meint Fleischer, da so alle Programme auch weiterhin kostenfrei empfangen werden können. Außerdem ist Sportfernsehen mit Satellitenschüssel möglich, „Eurosport und Sport 1 werden über DVB-T2 nicht übertragen“. Für Nutzer von Kabel- oder Satellitenfernsehen ändert sich nichts.

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