SANDKRUG Drei Tage nach der abgesagten Sitzung des erweiterten Vorstandes der TSG Hatten-Sandkrug ist weiter unklar, wann die Mitglieder über die zukünftige Vereinsspitze abstimmen können.

Wie die NWZ  von dem früheren Sportwart und Bewerber um das Amt des Vorsitzenden, Jürgen Lakeberg, erfuhr, liegt ein „Antrag auf Ermächtigung zur Einberufung einer Mitgliederversammlung“ bei Gericht vor. 230 Mitglieder der TSG Hatten-Sandkrug unterstützen demnach diesen Antrag. Laut der Satzung liegt die notwendige Zahl von Unterschriften bei zehn Prozent der stimmberechtigten Mitglieder. Der Verein habe, so Lakeberg, rund 1530 stimmberechtigte Mitglieder, die Voraussetzung sei also mehr als erfüllt. Der ursprünglich vorgesehene Termin am 27. September sei aber kaum zu halten – es sei denn, der Vorstand um den Vorsitzenden Jens Büsselmann berufe die Versammlung von sich aus ein. Büsselmann selbst war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Kassenprüfer informieren

Unterdessen hat Hajo Woelke, Kassenprüfer und Leiter der Volleyballabteilung, in einem Schreiben an seine Kollegen aus dem erweiterten Vorstand weitergehende Informationen über die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen den Vorsitzenden Jens Büsselmann genannt. „Eine Einstellung nach Paragraf 153 StPO erfolgte, weil wegen geringer Schuld kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht, und nicht, weil keine Straftaten begangen wurden“, schreibt Woelke.

Tatsächlich habe die Staatsanwaltschaft festgestellt, „dass in zwei Fällen Rechnungen in Höhe von jeweils 200,90 Euro, die eindeutig nicht den Verein betrafen, vom Vereinskonto bezahlt wurden.“ Da Büsselmann den Schaden ausgeglichen habe, bestehe für die Staatsanwaltschaft kein Bedarf für eine Strafverfolgung. Dasselbe gelte für einen Barscheck über 250 Euro, den Jens Büsselmann am 21. Mai 2010 an sich selbst ausgezahlt und inzwischen zurückgezahlt habe.

Woelke zitiert den zuständigen Staatsanwalt mit den Worten: „Ungeachtet des Vorgesagten ist der Beschuldigte nicht vorbestraft. Auch dürfte dieser durch die Einleitung des Ermittlungsverfahrens und die damit verbundenen Konsequenzen beeindruckt und vor etwaigen Wiederholungen gewarnt sein. Ich habe deshalb von der weiteren Verfolgung der Straftat mit Zustimmung des zuständigen Amtsgerichts abgesehen (§153 Absatz 1 Strafprozessordnung). Das Verfahren bleibt hier jedoch für Wiederholungsfälle vermerkt.“

Gegenüber der NWZ  bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg, Dr. Rainer du Mesnil de Rochemont, Woelkes Darstellung. Zu den erwähnten Rechnungen und dem Barscheck erklärt der Staatsanwalt: „Die Ermittlungsakte lässt erkennen, dass die Straftatbestände als gegeben angesehen werden, eine Einstellung des Verfahrens aber geboten war, weil der Beschuldigte die dem Verein entstandenen Schäden wieder ausgeglichen hatte.“

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Kein Etat für 2011

Woelke weist in seinem Schreiben zusätzlich darauf hin, dass Büsselmann die Beträge erst ausgeglichen habe, nachdem die Kassenprüfer die Unregelmäßigkeiten entdeckt hätten. Zu Büsselmanns Plan, erst im kommenden Jahr eine Mitgliederversammlung einzuberufen erinnert Woelke daran, dass die TSG für das Jahr 2011 keinen genehmigten Etat habe und eine Versammlung schon deshalb nötig sei.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
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