Harpstedt /Sandkrug Die Flasche hat eine dunkelbraune Patina angesetzt. Das zusammengerollte weiße Papier schimmerte dennoch stark genug durch, um fünf Spaziergänger aus Sandkrug am vorigen Wochenende beim Passieren der Ozeanbrücke in Harpstedt neugierig zu machen.

Doch wie an das mitten in der Delme liegende, verlockende Objekt herankommen? Mit einem zwei Meter langen Bambusstab und einem zu einer Schlaufe gebundenen Schnürsenkel angelte Karsten Habben gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Lena Brunsberg und den Kindern Ben, Collin und Kate-Lynn die Flasche aus der Strömung. „Jahrelanges MacGyver-Schauen muss sich ja irgendwann auszahlen“, sagt Habben und schmunzelt.

„Wir haben natürlich gehofft, da ist eine Schatzkarte drin“, erzählt Collin (9). Die erste Enttäuschung der Kinder ist aber schnell verflogen. Denn auf dem blütenweißen Papier stand ein netter Gruß zweier Mädchen: „Hallo wer auch immer gerade diesen Brief liest. Wir wohnen in Harpstedt. Hier ist es sehr sehr sehr sehr schön! Lena und Johanna“. Damit war natürlich die Neugier der jungen Familie geweckt. Wer waren Lena und Johanna? Wann und wo hatten die beiden offensichtlich noch jungen Absenderinnen ihre Flaschenpost ins Wasser geworfen?

Ohne weitere Angaben auf dem Brief blieb Karsten Habben nur ein erfolgversprechender Versuch: Er postete auf Facebook ein Bild der Flaschenpost und bat alle Leser um Mithilfe bei der Suche. Mit unerwartetem Erfolg: Einen halben Tag später schon meldete sich bei ihm Lena Baumann. Und was dann folgte, „kann man später seinen Enkelkindern erzählen“, ist Habben überzeugt. Die Flaschenpost, so viel steht nämlich mittlerweile fest, ist etwa 20 Jahre alt. Lena und ihre Schwester Johanna, die heute beide nicht mehr in Harpstedt leben, waren damals sechs beziehungsweise acht Jahre alt. Das haben sie gemeinsam mit ihrer Mutter nachgerechnet.

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Reingeworfen hatten sie damals die Flasche mit ihrem Brief vom Grundstück ihres Onkels am Leuchtenburger Weg in Harpstedt, wo die Beeke – ein Zufluss der Delme – entlang fließt. Wie lange die Flasche brauchte, um von der Strömung bis zur Kilometer entfernten Ozeanbrücke getrieben zu werden und wie lange sie dort schon im Wasser trieb und nur von Baumwurzeln gehalten wurde, wird sich wohl nicht mehr klären lassen.

Eines steht aber fest: Die Finder werden bald schon einen neuen Brief von Lena und Johanna bekommen. Diesmal per Postbote – das haben die beiden jungen Frauen versprochen.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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