Wildeshausen Einen Basketball hat Robin Smeulders nicht mehr zu Hause. „Eigentlich schon ein bisschen peinlich für einen Ex-Profi“, grinst der 30-Jährige. Mit seinen 2,08 Metern ist der Deutsch-Holländer eine imposante Gestalt – und in der 20 000-Einwohner-Stadt Wildeshausen eine nicht alltägliche Erscheinung.

Bis zum Sommer 2016 stand der Power Forward/Center für die EWE Baskets Oldenburg in der Basketball-Bundesliga auf dem Parkett. 189 Bundesligaspiele hat er auf dem Buckel – bis der Rücken der Belastung nicht mehr standhielt.

Ex-Basketballer Robin Smeulders wohnt und arbeitet nach seinem Karriereende in Wildeshausen. BILD: Arne Jürgens
Ex-Basketballer Robin Smeulders wohnt und arbeitet nach seinem Karriereende in Wildeshausen. BILD: Arne Jürgens

189 Bundesligaspiele für Oldenburg

In seiner Profikarriere war Robin Smeulders nur für die EWE Baskets aktiv. Nach seinem Studium an der University of Portland (USA) wechselte er 2010 direkt zum Bundesligisten nach Oldenburg.

Auf der Position Power Forward/Center machte der heute 30-Jährige insgesamt 189 Bundesligaspiele, bis er im Jahr 2016 seine Karriere aufgrund anhaltender Rückenprobleme beenden musste.

Mit Oldenburg holte er 2015 den Pokal und 2013 die Vizemeisterschaft. Zudem nahm er mit dem niederländischen Nationalteam an der EM 2015 teil.

Sein gelbes Basketballtrikot hat Smeulders gegen ein kariertes Hemd getauscht. Nach dem Ende seiner Sportkarriere bekam der 30-Jährige dank eines BWL-Studiums mit Schwerpunkt Marketing relativ schnell eine Anstellung in Wildeshausen.

Heimisch in der Region

„Ich habe etwas in der Region gesucht, weil ich hier heimisch geworden bin. Es ist für mich ziemlich glücklich verlaufen, andere müssen in meiner Situation viel länger auf etwas Passendes warten“, erklärt Smeulders, der seit einem Jahr bei der Consultingfirma Hoffrogge arbeitet. Das preisgekrönte Unternehmen ist auf „Category Management“ spezialisiert und berät beispielsweise Supermärkte bei der Produktplatzierung.

Den Weg in die Halle fand der Ex-Profi schnell wieder. Bei den Spielen der Basketballer des SC Wildeshausen wird er regelmäßig mit seiner kleinen Tochter und Frau Angela auf der Tribüne gesichtet. „Es hat sich durch Kontakte so ergeben, dass wir oft zum Zuschauen da sind. Die familiäre Atmosphäre im Verein gefällt mir“, sagt Smeulders. Bei der letztjährigen Aufstiegsfeier hatte er sogar mit Kapitän Rudi Finke auf einem Bierdeckel seinen „Vertrag“ unterschrieben.

Comeback in Bezirksliga?

Was ist also dran an einem Comeback in der Bezirksliga? „Es wäre ein bisschen so, als wenn man als Formel-1-Fahrer in einen Fiat Punto einsteigen würde und damit auf die Rennbahn soll. Man ist an etwas anderes gewöhnt“, vergleicht Smeulders den Unterschied zwischen der ersten und achten Spielklasse mit einem Augenzwinkern. Allerdings habe er den Jungs versprochen, mal zum Training zu kommen. „Dass ich im Ligabetrieb dabei bin, glaube ich aber nicht“, sagt Smeulders und fügt lachend hinzu: „Ich würde mir doch in den Allerwertesten beißen, wenn meine alte Verletzung dabei wieder aufbricht.“

Landsmann und Spielertrainer Edward Brouwer hätte den „Fliegenden Holländer“, wie er zu aktiven Zeiten genannt wurde, gerne im Team. „Wenn sich irgendwann mal die Gelegenheit ergeben sollte, ist er selbstverständlich herzlich willkommen. Wir sind aber auch schon glücklich, ihn als Zuschauer in der Halle bei uns einbinden zu können“, hat Brouwer die Hoffnungen auf einen prominenten Zugang noch nicht aufgegeben.

Gesundheit nicht riskieren

Zum letzten Mal auf einem Basketballfeld stand Smeulders im September 2016, als er beim Baskets-Day von den Oldenburgern verabschiedet wurde. In den Monaten zuvor war ein Bandscheibenvorfall erneut aufgebrochen. Aufgrund der mit einer Operation verbundenen Unsicherheiten entschied er sich daraufhin zum Rückzug. „Das war schon ein Schock, denn ich hatte eigentlich geplant zu spielen, bis ich Mitte 30 bin. Ich wollte aber nicht auf Teufel komm’ raus weitermachen und meine Gesundheit riskieren“, sagt Smeulders.

Wenn es wieder wärmer wird, könnte man den Ex-Profi trotzdem auf einem der Basketballplätze in Wildeshausen antreffen. „Ich würde gerne mal wieder schön draußen in der Sonne ein paar Körbe werfen“, verspürt der 30-Jährige noch immer Lust auf seinen Sport. Passende Schuhe hat er im Schrank – fehlt nur noch ein neuer Basketball.

Arne Jürgens Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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