Seit Jahrzehnten fahren sie über diese Straße zu ihren Häusern, und nun erfahren die Anlieger der Fockestraße, dass es gar keine richtige Straße ist, an der sie wohnen. Sondern nur provisorisches Flickwerk, das dringend ausgebaut werden muss – formell zum ersten Mal, also kostenpflichtig.

Das Palfinger-Werk (früher MBB und anfangs Focke-Achgelis) steht seit 1937 an dieser Stelle und wird seitdem vom Personal- und Lieferverkehr mehr oder weniger problemlos erreicht. Dass die Geschäftsführung sich nun wundert, dass sie mehr als 80 Jahre später noch für die Erschließung zur Kasse gebeten wird, ist nachvollziehbar.

Aber selbst wenn die beiden großen Werke einen erheblichen Anteil der Ausbau-Finanzierung aufbringen müssen, trifft auch viele Eigentümer der Grundstücke die Baumaßnahme mit ihren Folgekosten schwer. Die Gemeinde behauptet, ihr seien die Hände gebunden und verweist auf das Baugesetzbuch, das keine andere Lösung zulasse. Wenn das so ist, sollte der Gesetzgeber schleunigst eingreifen und die Erhebung von Erschließungsbeiträgen verständlicher regeln. Und es muss klarer vermittelt werden, warum eine lange bestehende Straße zum Erstausbau wird.

Das Beispiel Fockestraße wirkt jedenfalls wie ein Kapitel aus Absurdistan. Vielleicht sollten die Anlieger im Gegenzug auf eine Entschädigung dafür bestehen, dass sie so lange mit einem Provisorium vorlieb nehmen mussten – auch wenn sie es gar nicht richtig gemerkt haben.

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