Landkreis /Wildeshausen Den Sprung ins Wasser per Smartphone festhalten, die planschenden Kinder mit dem Tablet fotografieren: Besonders am Donnerstag, als Hoch Gisela wieder für höhere Temperaturen sorgte, boten sich Erinnerungsfotos im Freibad an. Aber nicht jedem Besucher gefällt das – und auch nicht jedem Schwimmmeister. Die NWZ fragte bei mehreren Bädern nach, welche Regelungen dort gelten.

 Krandelbad

„Das Schwimmbad ist ein spezieller hygienischer Bereich“, sagt Krandelbad-Betriebsleiter Marcel Buller. Die Menschen liefen dort – logischerweise – leicht bekleidet herum. Mit anderen Worten: Fotografieren ist aus diesem Grund in dem Wildeshauser Freibad nicht erlaubt. Dabei weiß Buller, dass es für die Schwimmmeister schwierig ist, dieses Verbot im Auge zu behalten. „Im Freibad ist es eine unübersichtliche Situation.“ Die Fälle häuften sich: Buller habe beobachtet, dass immer öfter Badegäste zur Kamera greifen. Hinzu komme das Problem: Es sei nicht immer sofort erkennbar, ob jemand auf dem Tablet ein Buch liest oder fotografiert. „Viele wissen nicht, dass das Fotografieren im Freibad verboten ist“, schätzt Buller. Zumindest ein Schild im Krandelbad weist auf das Verbot hin.

Wartungen fast beendet

Einmal im Jahr müssen in einem Hallenbad Wartungen vorgenommen werden – so auch im Krandelbad in Wildeshausen. Unter anderem wird das Wasser vom Gesundheitsamt auf Chlorgehalt, Temperatur und pH-Wert kontrolliert. Auch Renovierungsarbeiten werden vorgenommen.

Ab Samstag, 15. Juli, öffnet das Hallenbad wieder.

Es komme ab und zu vor, dass Gäste, die sich durchs Fotografieren gestört fühlen, die Bademeister darauf ansprechen. Diese wiederum sprächen die „Fotografen“ darauf an – gegebenenfalls würden die Fotos vom Schwimmmeister gesichtet und gelöscht. Im Extremfall gebe es ein längerfristiges Hausverbot. „Aber dazu ist es bisher noch nicht gekommen.“

 Rosenfreibad

Auf das Thema Fotografieren in Freibädern angesprochen, wirkt Fachbereichsleiter Ingo Fichter entspannt. „Wir sind da noch ganz unbürokratisch.“ Im Rosenfreibad in Harpstedt sei das Fotografieren bisher noch nicht groß Thema gewesen. Es komme natürlich auf die Situation an, fährt Fichter fort. „Wenn jemand nur seinen Enkel fotografiert, dann macht das nichts. Wenn aber viele andere Leute noch zu sehen sind, ist das Fotografieren nicht erlaubt.“ Trotzdem: Ein generelles Verbot gibt es in dem Freibad noch nicht – unter anderem deswegen, weil es noch nicht zu kritischen Situationen gekommen ist. „Mir sind keine Probleme bekannt“, ergänzt Fichter.

 Naturbad Hude

Das Fotografieren ist dort erlaubt – aber mit Einschränkungen. Darauf werde auch mit einem Schild im Naturbad Hude hingewiesen, erklärt Saskia Hartmann, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Bildung und Gesellschaft der Gemeinde Hude. Demnach dürften Familienmitglieder oder Freunde abgelichtet werden. Die Schwimmmeister haben aber auch dort im Blick, dass keine fremden Personen ungewollt auf dem einen oder anderen Foto landen.

 Freibad Kirchhatten

Viele Gäste in einem Freibad – da werde es auch mal unübersichtlich, stimmt Betriebsleiter Thorsten Arians mit Marcel Buller überein. Ein Fotografier-Verbot gebe es im Freibad Kirchhatten nicht. Trotzdem achte das Badpersonal darauf, dass Besucher nicht gegen ihren Willen fotografiert werden. „Das kommt ab und zu vor“, sagt Arians. Strikt sind er und die Schwimmmeister gegen Unterwasser-Aufnahmen. „Das lehnen wir kategorisch ab.“ Auch Arians stellte fest, dass das Fotografieren, wohl auch bedingt durch soziale Netzwerke wie Facebook, zugenommen hat. Auch hier gilt: Macht eine Person ein Foto, das unzulässig ist, wird sie höflich vom Schwimmmeister darauf hingewiesen, dies zu unterlassen. „Im Extremfall nutzen wir unser Hausrecht“, sagt Arians. Dann würde die Polizei hinzugezogen und ein Hausverbot erteilt werden. „Das kommt aber selten vor.“

 Badesee Westrittrum

Beim Badesee in Westrittrum handele es sich um einen öffentlichen Platz, und deshalb könne das Fotografieren nicht verhindert werden, sagen die Betreiber der Babalumba Beach Bar, die sich direkt an dem See befindet. Sie würden aber ein Auge darauf haben, dass niemand fotografiert werde, der es nicht möchte, ergänzen sie. Sandra Mewis-Adamini betreibt mit ihrer Familie nur die Beach Bar, daher kann sie kein Hausverbot erteilen. Ab einer gewissen Personenzahl könne das Fotografieren nicht verhindert werden.

 Freibad Ganderkesee

Das Fotografieren sei dort nicht gestattet, erklärt Schwimmmeister Dennis Brzoska. Schließlich sei im Freibad viel nackte Haut zu sehen. Ausnahmen würden gemacht, wenn jemand beispielsweise die eigene Familie fotografiert. Aber auch dann werde darauf geachtet, dass keine fremden Personen zu sehen sind.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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