Wer möchte das nicht auch: Beruf und Hobby eng miteinander verbinden? Für Karsten Bilger (34) ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Der engagierte Feuerwehrmann ist seit dem 1. September 2016 Leiter der Feuerwehr-Technischen Zentrale (FTZ) des Landkreises Oldenburg, die in Ganderkesee ihren Standort hat. So gerne  er beruflich in Ganderkesee ist, so ist Karsten privat doch ein Ahlhorner durch und durch.

Als kleiner Junge kannte er nichts Schöneres als Besuche bei den Großeltern. Sie hatten die Landwirtschaft aufgegeben, aber Gebäude und Hoffläche waren ein idealer Spielplatz für Karsten und seine Freunde. „Oft haben wir den Hof auf Links gedreht“, erinnert er sich. Mit den Jahren rückten seine sportlichen Ambitionen in den Vordergrund und die mussten zeitlich koordiniert werden. Fußball, Faustball und Tennis hat er ausprobiert, „aber es war nicht immer einfach, das alles unter einem Hut zu bekommen“.

Während die Fußballschuhe und der Tennisschläger irgendwann am Nagel hingen, konzentrierte sich Karsten auf die Sportart, für die sein Heimatort Ahlhorn bundesweit bekannt ist: Faustball. In der Bundesligamannschaft des Ahlhorner SV war er Kapitän und mit dem Team in ganz Deutschland unterwegs. Das Jahr 2010 wird ihm dabei immer in Erinnerung bleiben. In der Halle wurde er mit dem ASV Deutscher Vizemeister und einige Monate später auf dem Feld DM-Dritter. Vor einigen Jahren wechselte Karsten beim Faustball-Erstligisten vom Spieler zum Trainer. Heute ist er „nur“ noch Fan und feuert die Faustballer des Ahlhorner SV lautstark von der Tribüne aus an. Dabei juckt es ihm immer noch in den Fäusten. Zurzeit versucht er eine Seniorenmannschaft ins Leben zu rufen.

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Der Faustball bescherte Karsten viele schöne und erfolgreiche Momente. Auch sein privates Glück hat er dem Faustball zu verdanken. Gerne feuerte er auch die erfolgreiche Damenmannschaft des Ahlhorner SV an, wobei seine Blicke immer in Richtung Celina gingen. Heute sind beide ein glückliches Ehepaar.

Neben Faustball ist die Feuerwehr seine zweite Leidenschaft. Sein Vater war viele Jahre Ortsbrandmeister in Ahlhorn und die Begeisterung für die Feuerwehr übertrug sich auch auf Sohn Karsten. „Ich habe lange meinem 16. Geburtstag entgegengefiebert, denn dann konnte ich in die aktive Feuerwehr eintreten“. Gleich in den ersten Jahren bekam er mit, dass ein Feuerwehrmann sich seine Einsatzzeiten nicht aussuchen kann. Zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester saß er Heiligabend am gedeckten Tisch, als die Sirene ertönte. Vater und Sohn ließen blitzschnell Messer und Gabel fallen und unterstützten ihre Kameraden beim Löschen eines Hauses. Als das Feuer gelöscht war und Bilgers Männer wieder zuhause ankamen, war von einem gemütlichen Heiligen Abend nicht mehr viel übrig. Karsten ist trotzdem ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele und in Ahlhorn zurzeit Gruppenführer.

Nach dem Abitur absolvierte Karsten beim Landkreis Oldenburg ein Duales Studium als Kreisinspektoranwärter. Dabei durchlief er alle Fachbereiche. Nach seinem Abschluss 2008 konnte er beim Landkreis bleiben. Sein neuer Wirkungskreis war die Ausländerbehörde. Bei der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 standen Karsten und seine Kollegen vor einer riesigen Herausforderung. „Es war für alle Beteiligten eine sehr anstrengende Zeit. Es waren Umstände die wir so nicht kannten“, blickt Karsten Bilger zurück.

Das Jahr 2016 brachte bei ihm dann Beruf und Hobby eng zusammen. Der bisherige Leiter der FTZ in Ganderkesee, Gerd Wiechmann, stand vor dem Eintritt in den Ruhestand. Karsten Bilger bewarb sich auf die interne Stellenausschreibung des Landkreises und seit dem 1. September 2016 hat er seinen Arbeitsplatz in Ganderkesee. „Ich habe hier tolle Kollegen, die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Was soll ich sagen: ein Traumjob“. Neben Beruf und Feuerwehr ist der eigene Garten ein idealer Ausgleich. Urlaubsreisen werden jedes Jahr kurzfristig geplant, doch nach einer Woche zieht es das Ehepaar Bilger wieder zurück nach Ahlhorn. In diesem Jahr wird wegen der Corona-Pandemie ein Urlaub kaum möglich sein: „Für uns ist das kein Weltuntergang“, meint Karsten.

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