Harpstedt Zwei Urgesteine der Harpstedter Bürgerschützen nehmen in diesem Jahr ihren Hut – oder treffend gesagt: ihren Spieß. Johann Lakewand, den meisten besser bekannt als „Schnieze“, hört nach 14 Jahren als Korporal des II. Rotts auf. Ebenso lange war Werner Thomas, Korporal des III. Rotts, im Amt. Auch er will in die hinteren Reihen der Bürgerschützen zurücktreten.

rottmeister

Die Führer der Rotts, die heutigen Korporäle, hießen früher Rottmeister. Ihre Tradition bei den Bürgerschützenfesten ist wesentlich älter als die des Offizierskorps, das erst im 18. Jahrhundert entstanden ist. Schon früher war der Flecken in vier Rotts aufgeteilt, von denen jedes einen Rottmeister hatte. Sie waren ein wichtiges Bindeglied zwischen Bürgern und Magistrat.

Nachfolger für beide Korporäle werden am Freitag, 22. November, gewählt. Das II. Rott versammelt sich dazu um 19.30 Uhr im Gasthaus Pagels an der Langen Straße. Das III. Rott kommt um 19 Uhr im Lämmerkoven zusammen. Hier müssen auch zwei neue Stellvertreter verpflichtet werden. Kandidaten haben offensichtlich beide Rotts gefunden, nur wer diese sind, wollen sie noch nicht verraten.

„Mit 71 bin ich alt genug, um aufzuhören und die Arbeit jüngeren Leuten zu überlassen“, sagt Johann Lakewand zu seinem Entschluss, seinen Spieß, an dem jeder Korporal zu erkennen ist, weiterzugeben. Zudem sei er 15 Jahre lang stellvertretender Korporal gewesen. Stolz ist der gelernte Frisör darauf, in seiner Amtszeit allein sechs Könige und zwei Kinderkönige aus dem II. Rott erlebt zu haben. Unter seiner Führung wurde einmal der Rottpokal gewonnen. „Das hätte vielleicht besser laufen können“, zieht er mit einem Schmunzeln Bilanz. Die Bürgerschützen kennen ihren „Schnieze“ als einen Mann, der gerne zu Scherzen aufgelegt ist, und so stets für gute Stimmung in seinem Rott sorgt.

Auch Werner Thomas hat seiner Meinung nach das Amt des Korporals „lange genug gemacht“. Hinzu kommen seine 21 Jahre als stellvertretender Korporal. „Ich möchte auch mal wieder ohne Verantwortung am Pfingstdienstag feiern“, sagt der 67-Jährige, der im Jahr 1987 sogar schon Bürgerschützenkönig war. In seine Amtszeit fielen drei Könige aus dem III. Rott: Egon Riess (2006), Michael Voß (2012) und die aktuelle Majestät Holger Bahrs (2013).

Im Laufe der Jahre, so Thomas, sei das III. Rott stark gewachsen: „Vielleicht ein Zeichen dafür, dass wir alles richtig gemacht haben.“ Zur Aufgabe eines Korporals sagt Lakewand: „Am Pfingstdienstag einen Haufen von etwa 120 Leuten zusammenhalten.“ Doch auch im Rest des Jahres gilt es, den Zusammenhalt zu fördern, wie Werner Thomas erklärt: „Es muss das Rottfest oder der Grillabend organisiert werden.“

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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