Wildeshausen Die Stadt Wildeshausen wird in absehbarer Zeit keine Baumschutzsatzung erhalten. Ein entsprechender Antrag von Ratsfrau Kreszentina Flauger (Linke) fand in der Politik keine Mehrheit. Flauger hatte ihrem Antrag eine ausführliche Satzung beigefügt und darauf hingewiesen, dass auf Basis dieser Satzung ein sehr viel wirksamerer Schutz von Bäumen und Gehölzen erreicht werden könne als bisher.

Die Fraktionen von UWG und CDW hatten dagegen in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt ein breites Maßnahmenpaket vorgeschlagen. „Eine Baumschutzsatzung wird das Problem nicht lösen“, meinte Ratsherr Rainer Kolloge (UWG). Er warnte davor, die Bürger mit Verboten zu drangsalieren. Vielmehr sollten stadtbildprägende schutzwürdige Bäume und Gehölze auf privaten Grundstücken nach Anhörung der Eigentümer im Bebauungsplan ausgewiesen werden. Die Stadtverwaltung könnte einen Flyer erarbeiten, der Hinweise, Tipps und Kontaktdaten zum Baumschutz in Wildeshausen enthält. Ein derartiges Faltblatt gibt es bereits bei der Gemeinde Ganderkesee. Auch wünscht sich die UWG einen kompetenten Ansprechpartner bei der Stadt, die kostenlos bei Fragen zu Anpflanzung, Pflege und Fällung von Bäumen beraten solle.

Wie eine „kommunale Werkzeugkiste für den Baum- und Heckenschutz“ aus Sicht des Naturschutzbundes (Nabu) aussehen könnte, erläuterte der Wildeshauser Nabu-Sprecher Wolfgang Pohl. Er regte unter anderem an:  Die Wertschätzung von städtischem und privatem Grün sollte erhöht werden, etwa durch Auszeichnungen für besonderes Engagement.  Die Stadt sollte Entlastungsangebote machen, etwa durch das Aufstellen von Laubcontainern oder die Unterstützung bei notwendigem Baumkronenbeschnitt.  Bei Baumfällungen sollte eine Pflicht zu Ersatzpflanzungen bestehen.  Für die Schutz und Pflege bestimmter Stadtbäume sollten Baum- oder Heckenpaten gewonnen werden.  Wettbewerbe für Bäume auf Privatflächen oder in Neubaugebieten.

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Nach Ansicht Pohls hat die Stadt Wildeshausen das Thema „Begrünung auf öffentlichen Gebäuden“ noch nicht umfassend angepackt. Im Bauausschuss sollte das Thema Umwelt eine größere Rolle spielen. Auch Vertreter von Umweltverbänden sollten in das Gremium berufen werden. Denkbar sei die Erstellung eines Baumkatasters und die weitere Aufforstung von Ausgleichsflächen. Die Nabu-Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen bot der Stadt ihre Expertise an. Man sei bereits miteinander im Gespräch, erklärte Bauamtsleiter Hans Ufferfilge daraufhin.

„Das ist eine große Werkzeugkiste, in die wir hineingreifen können“, würdigte Günter Lübke (CDU) den Beitrag Pohls. Er wies darauf hin, dass sogenannte Schottergärten schon heute nicht erlaubt seien. Kolloge sah in dem Beitrag des Nabu-Sprechers „eine Handlungsanweisung für unsere Verwaltung“. Der ohnehin geplante Flyer sollte um die Anregungen Pohls ergänzt werden.

Mit dem Antrag von Jens-Peter Hennken (CDW), bis zum Jahr 2025 jeweils 50 000 Euro für den Baumschutz einzustellen, will sich der Fachausschuss allerdings erst im nächsten Jahr befassen. Dann liege der von Verwaltung und Nabu ausgearbeitete Maßnahmenplan vor und die Politik könne entscheiden, welche Projekte sie fördern wolle.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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