Politik
Rollié lässt CDU-Mitgliedschaft ruhen

Manfred Rollié hält Wolfgang Sasse inzwischen für untragbar. Eine Ortsversammlung wäre längst überfällig gewesen.

Bild: Peter Kratzmann
Lässt CDU-Mitgliedschaft ruhen: Manfred Rollié.Bild: Peter Kratzmann
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Wildeshausen Der Streit in der CDU Wildeshausen zieht weitere Kreise. Ex-Bürgermeister, Ehrenbürger und CDU-Mitglied Manfred Rollié (88) lässt mit sofortiger Wirkung seine Mitgliedschaft in der Partei ruhen. Seine Bankeinzugsermächtigung hat er zurückgezogen. Das teilte Rollié am Dienstag in einem Schreiben an den Kreisvorsitzenden Dirk Vorlauf, an die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen und den Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley mit.

„Es gab Zeiten, da konnte man gut mit Wolfgang Sasse zusammenarbeiten. Doch die sind vorbei“, sagte Rollié der NWZ. Sasse ist CDU-Stadtverbandsvorsitzender und Chef der CDU-Fraktion im Stadtrat. Wegen seines Führungsstils spaltete sich die zehnköpfige Ratsfraktion. Sechs CDU-Mitglieder sind aus der Fraktion ausgetreten und haben die CDW-Fraktion gegründet. Deshalb droht fünf Mitgliedern der Parteiausschuss, darunter auch dem Fraktionsvorsitzenden Stephan Rollié (55). Er ist der Sohn von Manfred Rollié. Das sechste Fraktionsmitglied, Jens-Peter Hennken, trat vergangene Woche bereits aus der CDU aus. Die Gruppe kritisiert Sasse Führungsstil und seine Informationspolitik.

Bereits im Februar hatte Manfred Rollié der CDU bereits mitgeteilt, seine Parteimitgliedschaft ruhen zu lassen. Nach einem Gespräch mit dem Ortsverbandsvorsitzenden Sasse ließ er aber von seinem Vorhaben ab. Die Gründe hätten aber nach wie vor Bestand.

„Obwohl die CDU, für die ich viel und aus Überzeugung Jahrzehnte gearbeitet habe, nach wie vor meine politische Heimat ist, bin ich mit der politischen Führung im Ortsverband Wildeshausen und der Stadtratsfraktion absolut nicht mehr einverstanden; vielmehr halte ich sie im Sinne der CDU für schädlich“, so Rollié: „Ich werfe dem Vorsitzenden ignorantes und arrogantes Handeln vor, das nun seit langem anhält. Wenn dann noch Unwahrheiten und Desinformationen hinzukommen, ist die Grenze dessen erreicht, bis zu der man ein Handeln tolerieren kann.“

Seit Februar habe sich leider nichts verbessert. „Ziel hätte es sein müssen, die sechs CDW-Ratsmitglieder wieder in die Fraktion der CDU zurückzuholen. Das hätte selbstverständlich auch vom derzeitigen Vorsitzenden Kompromisse und auch Aktivitäten verlangt“, so Rollié.

Eine Mediation – auch nach einem Gespräch mit dem CDU-Landesvorsitzenden Franz-Josef Holzenkamp – war nicht zustande gekommen. Am kommenden Freitag entscheidet der CDU-Kreisvorstand über ein Parteiausschlussverfahren.

Rollié geht noch weiter: „Wer den Austritt von sechs Fraktionsmitgliedern über Monate nicht zum Thema einer Ortsversammlung macht, wo er selbst nur noch von drei Fraktionsmitgliedern gestützt wird, der ist als Vorsitzender völlig ungeeignet. Sich bei diesen Mehrheitsverhältnissen auf die Zweidrittelregelung in den Parteistatuten zu berufen, ist schon peinlich, wenn man diese nur mit der eigenen Stimme verhindert.“

Der NWZ sagte Rollié noch: Sollte Wolfgang Sasse nicht als Stadtverbandsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender zurücktreten, um einen neuen Führungsstil einzuführen und wieder Frieden in die CDU zu bringen, schließt er auch einen Parteiaustritt nicht aus. Und er werde dann nicht der einzige sein.

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