Wildeshausen Der Weg für den Neubau eines größeren Supermarktes von Rewe am „Huntetor“ in Wildeshausen ist nach vier Jahren frei. Doch rundum glücklich ist die Stadt nicht. Eine Stunde lang diskutierte der Rat am Donnerstagabend über das Thema. Es ging um Grün in der Stadt, um das Erscheinungsbild am Eingang der Innenstadt und um den Vertragspoker mit dem Handelskonzern.

Die Stadtverwaltung war offenbar davon ausgegangen, dass der Durchführungsvertrag mit Rewe und der Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan schnell über die Bühne gehen würden. Mitnichten. Und es gab teilweise knappe Abstimmungsergebnisse.

Kreszentia Flauger (Linke) ging gleich in die Vollen: Sie habe rechtzeitig eine Aufstockung des Gebäudes gefordert und einen Baukörper, der die Lücke in der Straßenflucht schließt. Soll heißen: die Parkplätze hinter das Gebäude und nicht an der Straße wie jetzt. „Die Stadt hat schlecht verhandelt und zu lange gezögert“, so Flauger.

Im Durchführungsvertrag sind eine Hecke, die den Parkplatz optisch von der Straße trennt, sowie zwei Bäume festgeschrieben. Jens-Peter Hennken (CDW) forderte auf dem 8000 Quadratmeter großen Gelände mindestens acht Bäume und eine Teilbegrünung des Daches. Dabei verwies er auf das Nachhaltigkeitskonzept von Rewe und dessen Anspruch von einem „Green-Building“. „Die Stadt hat die Planungshoheit. Mehr Grün sollte in heutiger Zeit verpflichtend sein“, so Hennken. „Rewe pokert“, meinte auch Stephan Rollié (CDW). „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“

Die Stadtverwaltung fühlte sich offensichtlich in die Enge gedrängt, so dass auch Bürgermeister Jens Kuraschinski das Wort ergriff. „Seit vier Jahren ist Rewe Thema. Wir hätten dem Investor frühzeitig sagen müssen, was wir wollen. Das ist nicht passiert. Wenn wir jetzt den Vertrag nicht beschließen, machen wir uns unglaubwürdig.“

Schließlich wurde Hennkens Antrag für mehr Bäume bei 15 Nein- und 14-Ja-Stimmen sowie zwei Enthaltungen abgelehnt. Für eine Dachbegrünung gab es eine ähnlich knappe Absage. Für den von der Verwaltung vorlegten Durchführungsvertrag stimmten 15 Ratsmitglieder und zehn dagegen. Sechs enthielten sich. Nur der Satzungsbeschluss fiel mit 19 Ja- und fünf Nein-Stimmen bei sieben Enthaltungen deutlich aus.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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