Wildeshausen Für CDU-Fraktionschef Wolfgang Sasse ist es eine „Glaubensfrage“: Das geplante Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen-West an der Autobahn 1. Um im Bild zu bleiben: Der Glaube ist bei Befürwortern und Gegnern absolut verfestigt, Zweifel an der eigenen Position nirgends vorhanden. CDU, SPD, CDW und FDP empfahlen mit ihren sechs Stimmen die zwölfte Änderung des Flächennutzungsplans Wildeshausen-West. Sie halten attraktive Gewerbe-/Industrieflächen für Wildeshausen an dieser Stelle für unverzichtbar. UWG und Grüne/Piraten lehnten diesen Beschluss mit drei Stimmen ab, denn sie sehen das Projekt als einen kapitalen Fehler an, unter anderem wegen des Verlustes eines großen Waldgebietes.

nach drei stunden abgebrochen

Die Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt ist am Donnerstagabend nach drei Stunden in der Turnhalle der Wallschule abgebrochen worden. Trotz eines Appells des Ausschussvorsitzenden Hartmut Frerichs, sich kurz zu fassen, gelang es nicht im Ansatz, die Tagesordnung mit insgesamt 31 Punkten abzuarbeiten. Eingangs hatten allein die Diskussion über die Tagesordnung sowie die Einwohnerfragestunde fast 40 Minuten gedauert. Die Fortsetzung der Sitzung wurde terminiert auf kommenden Dienstag, 30. Juni, 17 Uhr, im Rathaussaal.

Planer Thomas Aufleger fasste eingangs die zahlreichen Einwände aus der öffentlichen Auslegung zusammen. Er erinnerte daran, dass ursprünglich das Gebiet wesentlich größer gewesen sei. Nunmehr gehe es noch um rund 32 Hektar Gewerbefläche. Als Zwischenlösung sei Bodenabbau vorgesehen. Dabei gehe es beim Flächennutzungsplan um die Grundzüge, mehr nicht. Viele angesprochene Themen würden erst im Bebauungsplan erörtert, wie der Planer mehrfach betonte.

Der Bedarf ist laut Gewerbeflächenpotenzialanalyse gegeben. „Das Industriegebiet wird nachgefragt, der Bedarf besteht“, so Aufleger. Alternativen seien geprüft worden, aber keine besser geeignet als Wildeshausen-West. Den Verweis auf Planungen in Hockensberg oder vorhandene Flächen im Metropolpark Hansalinie in Ahlhorn wies er zurück. „Wildeshausen ist gut beraten, eigene Flächen zu haben“, so Aufleger.

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Den Verlust des Waldes bezeichnete er als „erheblich“, aber die Verwaltung habe zusammen mit der Forst bereits intensiv an Kompensationsflächen gearbeitet. „Eine Menge Forstflächen sind möglich“, so Aufleger.

Sasse erinnerte auf die Wünsche der Betriebe sich dort anzusiedeln, sowie auf die gute verkehrstechnische Anbindung. Er wünschte sich ein „Ja“ von allen zu dem wichtigen Plan. Der Wunsch ging (wenig überraschend) nicht in Erfüllung. Hermann Hitz (UWG) sah stattdessen Möglichkeiten für ein interkommunales Industriegebiet an der B 213 in Richtung Hockensberg. Diesen Ausführungen widersprach Wildeshausens Wirtschaftsförderer Claus Marx energisch.

Wie Hitz brandmarkte UWG-Fraktionskollege Heiner Spille die „riesige Waldzerstörung“. Spille sagte: „Wir sind der festen Überzeugung, dass das der absolut falsche Weg ist.“ Das Gewerbe- und Industriegebiet werde viel zu teuer werden.

Bernhard Block argumentierte für den Plan. „Wir brauchen Firmen. Das Geld muss verdient werden“, verwies der CDW-Ratsherr auf die Gewerbesteuer.

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Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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