Wildeshausen /Landkreis Inklusion, also das Miteinander von Menschen mit und ohne Handicaps, „ist nie fertig“. Das betonte Landrat Carsten Harings am Freitagabend bei der dritten Vergabe des Inklusionspreises für den Landkreis Oldenburg. Mit der Preisverleihung setze der Kreis ein Zeichen, so Harings. Inklusion heiße nicht nur, Vielfalt zu akzeptieren, sondern auch Vielfalt zu leben.

Insgesamt 18 Bewerbungen gingen ein; drei Projekte wurden ausgezeichnet. Nach Angaben von Hilko Finke (Grüne), Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses, haben alle Bewerber in gleicherweise Lob verdient. Die Qualität der Projekte sei „sehr hoch“ und sie würden in gleicher Weise große Breitenwirkung entfalten. Bildung sei in diesem Jahr das Schwerpunktthema gewesen, erläuterte die Kreisbehindertenbeauftragte Rita Rockel. „Von inklusiver Bildung profitieren alle Menschen.“

Für ihr Projekt „Integration von Hochbegabung“ wurde die Grundschule Hohenfelde in Wardenburg-Westerburg ausgezeichnet. Die Kreistagsabgeordnete Kreszentia Flauger (Linke) betonte in ihrer Laudatio, dass die Schule Inklusion aus Überzeugung lebe und das Kind konsequent in den Mittelpunkt stelle. So sei es gelungen, ein hochbegabtes Kind zu fördern. Den Preis, eine Urkunde und eine Skulptur aus den Gemeinnützigen Werkstätten, nahm die kommissarische Schulleiterin Janina Hanken entgegen.

Ein weiterer Inklusionspreis ging an die Hunteschule (Förderschule Lernen) in Wildeshausen. Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse engagieren sich jeweils donnerstags ehrenamtlich in Einrichtungen wie der Wildeshauser Tafel, im Mehrgenerationenhaus, der DRK-Kleiderkammer oder im Alexanderstift, wie Laudator Wolfgang Sasse (CDU) erläuterte. Er sprach von einer „großartigen Initiative“. Beispielhaft würden Jugendliche ans Ehrenamt herangeführt. Martina Zahl und Martina Renneke-Seemann aus der Schulleitung nahmen den Preis entgegen.

Dritter Preisträger ist die Heilpädagogische Kindertagesstätte „Farbenfroh“ der Lebenshilfe Delmenhorst/Landkreis Oldenburg unter der Leitung von Jeanette Scholz. Die Einrichtung hat Andrea van Deest, die vorher bei den Delmewerkstätten tätig war, in ihr Team integriert. Das Leitbild der Einrichtung („Alle Menschen sind uns gleich wichtig“) werde in „vorbildlicher Weise gelebt“, sagte Laudator Hilko Finke. Die Kinder der „Grashüpfer“- und der „Marienkäfer“-Gruppe hätten Andrea ins Herz geschlossen.

Das Preisgeld, 1000 Euro, teilen sich die Einrichtungen.

Für den musikalischen Rahmen der Feierstunde im Kreishaus sorgten Dagmar und Ralf Grössler mit einer Gruppe von Kindern. Sie zeigten, wie mit Walnüssen, aber auch mit Händen und Füßen, prima Musik gemacht werden kann. An der Preisverleihung nahmen zahlreiche Vertreter von Bildungseinrichtungen, Behindertenvertretungen und des Kreistages teil. Rita Rockel war regelrecht angetan von dem großen Interesse: „Ich bin geflasht“, freute sie sich.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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