Wildeshausen In Wildeshausen kümmern sich ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte seit Jahren um die Integration von Flüchtlingen und EU-Migranten. Es gibt unter anderem Flüchtlingspaten, Beratungsstellen, Sprachmittler an Schulen, Integrationshelfer, die beiden Treffpunkte „Mittendrin“, Infomaterial oder auch das BIS-Netzwerk (Brücken bauen – Integration stärken). In einem Arbeitskreis wurden zwar einige Ziele zur Neuausrichtung der Integrationsarbeit zusammengetragen. Doch ein Konzept gibt es offensichtlich noch nicht. Das ist jetzt im Ausschuss für Ordnung, Soziales und Familie deutlich geworden. Deshalb hat sich der Ausschuss dafür ausgesprochen, ein externes Konzept in Auftrag zu geben. Ein Konzept ist nach Ansicht von Bürgermeister Jens Kuraschinski auch erforderlich, um Fördergelder zu generieren.

Im März war ein erster Antrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt worden. Bei dem Antrag ging es um eine 30-Stunden-Stelle für drei Jahre aus dem Programm „Förderung von Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern“.

1459 Bulgaren

Vor der Diskussion hatte die Integrationsbeauftragte Michaela Kurwinkel einige Zahlen aufgetischt. Danach hat Wildeshausen derzeit 20 769 Einwohner. Davon sind 3358 Personen Ausländer (etwa 16 Prozent) – Tendenz steigend. Den größten Anteil machen EU-Migranten aus Bulgarien aus mit 1459 Personen. Es folgen 409 Polen, 380 Iraker, 194 Syrer, 60 Rumänen und 46 Afghanen. In Wildeshausen leben laut Kurwinkel aktuell 385 Flüchtlinge.

Die zahlreichen Migranten führten zu Problemen in den Schulen und Kindertagesstätten. Unter den 3358 ausländischen Einwohnern sind 722 Kinder und Jugendliche, davon allein 317 bulgarischer Nationalität. 273 Kinder sind unter sechs Jahren, davon 127 Bulgaren.

„Wir brauchen ein Integrationskonzept, um die Probleme in den Schulen in den Griff zu bekommen“, meinte Ulrich Becker (SPD). Es dürfe keine Parallelwelt entstehen. Hermann Hitz (UWG) bezeichnete es als schwierig, Arbeitsnomaden zu integrieren. Die Probleme an den Schulen und Kitas müssten mit weiteren Sozialarbeitern angepackt werden. Hitz kritisierte die Firmen, die EU-Migranten anwerben würden, ohne sich aber um die Integration zu kümmern.

Firmen gefordert

Klaus Schultze (Grüne) wurde da konkreter: „Wenn die Firma Geestland ihr finanzielles Engagement verstetigen und verzehnfachen würde, wäre ich zufrieden.“ Wie berichtet, hatte der Putenverarbeiter Geestland, bei dem viele Bulgaren arbeiten, Anfang des Jahres 50 000 Euro für die Integration osteuropäischer EU-Migranten zur Verfügung gestellt.

Kreszentia Flauger meinte, dass die Stadt erst einmal Ziele formulieren müsse, bevor sie ein Konzept in Auftrag gebe. „In welche Richtung soll die Integration in Wildeshausen gelenkt werden?“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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