Wildeshausen Eine Sanduhr „gegen das Vergessen“, eine Dokumentation von Vorurteilen an der Schule, eine „Erinnerungsbox“ mit alten Schwarz-Weiß-Bildern und einigen Habseligkeiten, Fotostellwände und Porträts von verstorbenen Juden, aber auch Biografien von Überlebenden und ein überdimensional großes Handy mit einer „Erinnerungsapp“: Stilistisch vielfältig und alles andere als „in Ritualen erstarrt“ präsentiert sich die Ausstellung, die Wildeshauser Gymnasiasten anlässlich des Holocaust-Gedenktages am Freitag vorgestellt haben.

Im Kunstunterricht sowie in den Fächern Deutsch und Geschichte hatten sich die Fünft- bis Zehntklässler dem Thema „Holocaust“ auf ganz unterschiedliche Weise genähert. So entstanden Gedichte, Poster, Bilder, Skulpturen und sogar ein Hörspiel als „Appell an unsere Generation“. Ohnehin legen die Schüler Wert darauf, den Besucher aus seiner passiven Rolle herauszuholen. So fordert ein Stuhl vor einem leeren Block zum Niederschreiben der eigenen Erinnerungen und Gedanken auf.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Freitag von Rektor Ralf Schirakowski sowie Bodo Riethmüller von der Jüdischen Gemeinde Oldenburg. „Sehr gelungen“ fand Riethmüller die Schülerarbeiten. Er nutzte die Gelegenheit, die Jugendlichen auf ihrem Weg in die Berufswelt als Ärzte, Anwälte und vieles mehr an ihre hohe Verantwortung zu erinnern, die Gesellschaft vor „linken und rechten Brandstiftern“ zu schützen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Bereits im Vorfeld der Ausstellung hatten der Jüdische Landesverband sowie alle weiterführenden Schulen und die Stadt Wildeshausen zu einer Gedenkfeier auf dem jüdischen Friedhof eingeladen. Hier wurde an die Wildeshauser erinnert, die während des Holocausts von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Schülerinnen lasen die Namen der NS-Opfer vor.

Bürgermeister Jens Kuraschinski nutzte die Gelegenheit, anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 an die NS-Schreckenszeit und das „Ende der Menschlichkeit“ zu erinnern. Er bedauerte, dass Geschichte als eigenständiges Unterrichtsfach an den Schulen immer mehr verschwinde – gerade in einer Zeit, in der die Demokratie auf die Probe gestellt werde.

Im anschließenden Gebet gedachten Riethmüller sowie Ari Eisel und Ernst Sittig von der Jüdischen Gemeinde Oldenburg gemeinsam mit den mehr als 100 Teilnehmern der Verstorbenen.

Wer das ebenfalls tun möchte, kann am Montag, 28. Januar, von 11.35 Uhr bis 13.05 Uhr und am Dienstag, 29. Januar, von 9.45 Uhr bis 11.15 Uhr die Ausstellung des Gymnasiums besuchen.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.