Wildeshausen Wird das Ehrenamt durch kostenlose Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln wirklich attraktiver? Wenn es nach der SPD ginge, könnten Besitzer einer Ehrenamtskarte das bald in Anspruch nehmen. Ein sinnvoller Plan oder eine schlechte Idee? So sehen es Ehrenamtlichen aus Wildeshausen, die in Vereinen aus verschiedenen Bereichen engagiert sind.

Wer bekommt die Ehrenamtskarte?

Die Ehrenamtskarte des Landes Niedersachsen kann jeder beantragen, der sein Amt mindestens 250 Stunden im Jahr ausübt und seit mindestens drei Jahren aktiv ist.

In Wildeshausen kann die eigene Ehrenamtskarte der Stadt von jedem beantragt werden, der sein Amt mindestens 100 Stunden jährlich ausübt und höchstens 600 Euro dafür bekommt.

„Ich weiß nicht, ob das wirklich die Lösung ist“, meint Horst Feenders, Vorsitzender des SC Wildeshausen. „Ich glaube nicht, dass die Leute denken, weil ich Ermäßigungen bekomme, möchte ich mich engagieren’. Wir müssen andere Mittel einsetzen, um die Menschen in die Vereine zu holen und dort zu halten.“

Für eine gute Sache hält mögliche Freifahrten dagegen Hilmer Bierans. „Vielleicht findet man dann mal wieder Ehrenamtliche“, meint der Vorsitzende des Fischereivereins Wildeshausen. „Meiner Meinung nach sollte man auch über Steuervorteile für Ehrenamtliche nachdenken“, findet er. Bisher erfährt das freiwillige Engagement für ihn nicht genug Wertschätzung, besonders im Bezug darauf, wie viel Zeit Ehrenamtliche in die Arbeit und die Verwaltung von etwa 1 600 Mitgliedern im Fischereiverein investieren würden. „Gerade in unserem Bereich wird überhaupt nicht gesehen, was alles dahinter steckt“, so Bierans. Auch der Vorsitzende des Blasorchesters Wildeshausen stimmt dem zu: „Immerhin steckt jeder Ehrenamtliche viel Zeit in seinen Verein. Ich finde, dass das entsprechend gewürdigt werden sollte“, so Johannes Rohde.

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Kritik an der mitunter negativen Resonanz im Landtag gibt es von Thomas Harms, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Wildeshausen-Dötlingen. „Was die SPD vorschlägt, finde ich absolut gut. Mir fehlt aber das Verständnis dafür, dass das von einigen Parteien bereits zerredet wird“, so Harms. „Es geht schließlich um ein kleines Dankeschön, das man Freiwilligen für ihre Arbeit zukommen lassen will. Was Ehrenamt leistet, wäre mit Geld kaum zu bezahlen.“

Genau das schlägt allerdings Feenders vor: Seiner Meinung nach sollten Vereine finanzielle Anreize schaffen, um freiwilliges Engagement zu belohnen. Je nach Art und Umfang der Arbeit könnte diese Vergütung unterschiedlich ausfallen. Um das zu erreichen, würde Feenders auch eine finanzielle Unterstützung der Vereine von Seiten der Politik befürworten.

Obwohl sie sich mehr Wertschätzung für das Ehrenamt wünschen, haben Feenders, Bierans und Rohde selbst keine Ehrenamtskarte. „Ob meine noch gültig ist, weiß ich nicht genau“, meinte Harms. Auch sonst wird dieses Angebot des Landes Niedersachsen in Wildeshausen bisher nur wenig nachgefragt. Nach Auskunft von Oliver Galeotti vom Landkreis Oldenburg wurden von 408 Karten im Landkreis nur 17 an Freiwillige in der Huntestadt ausgestellt. Die Karten müsse jeder selbst beantragen und alle drei Jahre verlängern lassen, erklärte er.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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