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Tötungsdelikt bei Fleischunternehmen
Mann aus Essen stirbt nach Streit – 27-Jähriger festgenommen

Wildeshausen Der Corona-Ausbruch vor knapp drei Wochen im Putenschlachtbetrieb Geestland in Wildeshausen: Altlandrat Hermann Bokelmann empfindet ihn als „schockierend“. Er mache „die ungute Verwobenheit und Abhängigkeit der Aufzuchtbetriebe der Agrarindustrie mit der verarbeitenden Fleischindustrie deutlich“.

Werkverträge und Leiharbeit seien auch bei Geestland die Gründe für den Ausbruch gewesen, meint Bokelmann. Er blickt zurück: Nur die SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) im Landkreis habe deren Verbot seit zehn Jahren gefordert, betont er und erinnert an zahlreiche Stellungnahmen zum Thema.

Bokelmann erinnert an zwei Berichte im Februar und März 2016, „in denen wir von der SPD-AfA Prälat Peter Kossen lobten, der immer wieder die Praktiken der hiesigen Fleischindustrie kritisierte und bloßstellte. Gleichzeitig forderten wir die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen aus Ahlhorn auf, sich dafür einzusetzen, dass die Union im Bundestag ihre ,Blockadehaltung’ aufgibt, damit der „Missstand im Oldenburger Land“ abgestellt wird“. Bokelmann bedauert im Rückblick: „Unterstützung bekamen wir leider nicht.“

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Er kritisiert angesichts der aktuellen Probleme: „Auch jetzt schweigen MdB Grotelüschen und ihre örtlichen Kommunalpolitiker, obwohl die Forderung der SPD-AfA durch die Corona-Krise überdeutlich bestätigt wird. Sodass ich wieder frage: Werden endlich die Bemühungen des SPD-Bundesarbeitsministers Hubertus Heil unterstützt, der in der Fleischindustrie ,aufräumen’ und Werkverträge zum 1. Januar 2021 verbieten will?“

Zudem stellt sich der Altlandrat die Frage: „Wird CDU-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann in NRW unterstützt, der ebenfalls die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie kritisiert und anregt, den Schlachthof Tönnies zum Anlass zu nehmen, das Gesetz – einschließlich klarer Regeln für Sammelunterkünfte – schon gleich nach der Sommerpause des Bundestages zu beschließen?“

Die Ablenkungsmanöver der CDU-Landwirtschaftsministerinnen, die den Fleischpreis per Gesetz festlegen wollen, werde nichts bringen, prophezeit Hermann Bokelmann. „Den Fleischpreis regelte schon immer der Markt. Er steigt, wenn Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit unterbunden und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen und Unterkünften verbindlich festgelegt werden“.

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