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Wildeshausen /Aschenstedt Sascha Schulzes (38) Zuhause sind montags bis freitags sein Lkw und die Straßen kreuz und quer durch Deutschland. Vor fünf Jahren hat er seinen Lkw-Führerschein gemacht und muss ihn nun verlängern lassen. Doch das erweist sich für den Single aus Aschen­stedt als nicht so einfach wie gedacht. Die Kreisverwaltung in Wildeshausen bietet samstags keine Sprechstunde an, die es ihm ermöglicht, die Formalitäten zu erledigen.

„Ich erhielt von einem Bekannten den Tipp, samstags nach Großenkneten ins Rathaus zu fahren, weil es dort eine Außenstelle der Kreiszulassungsstelle gibt“, erzählt Schulze. In der Tat: In Kneten können Bürger samstags zwischen 10 und 12 Uhr ihr Auto zulassen und abmelden sowie den alten grauen oder rosafarbenen Führerschein gegen den neuen aus Plastik eintauschen. Doch seinen Lkw-Führerschein kann Sascha Schulze dort nicht verlängern lassen. Er wurde ans Kreishaus in Wildeshausen verwiesen.

„Hinsichtlich des erforderlichen Gesundheitschecks hatte ich Glück, dass Anfang des Jahres mal ein Tag in der Firma nicht so viel zu tun war und mein Arbeitgeber mir einen Termin bei unserem Betriebsarzt besorgt hat“, erzählt Schulze. Mit der Bescheinigung in der Tasche nahm er Kontakt zur Kreisverwaltung auf, konnte für samstags keinen Termin erhalten.

Das bestätigt Siegfried Bluhm, der Leiter des Straßenverkehrsamtes beim Landkreis Oldenburg. Samstag ist das Kreishaus nicht geöffnet. Von montags bis freitags könnten Termine bis 19 Uhr vereinbart werden.

Doch das hilft Schulze nicht weiter. „In der Regel fahre ich montags in der Nacht los und komme freitagnachmittags zurück“, sagt der Lkw-Fahrer. Die Folgeaufträge von seiner Firma erhalte er unterwegs. In der Woche einen Termin beim Landkreis einzuhalten, sei schwierig. Er wisse nie, wie sich die Verkehrslage auf den Autobahnen entwickle und ob sein Lkw bei einem Kunden pünktlich be- und entladen werde. „Eine Samstagssprechstunde im Kreishaus wäre für mich unkomplizierter“, so Schulze. Für eine Viertelstunde im Amt extra einen Tag Urlaub zu nehmen, sieht er nicht ein.

Somit bleibt Schulze nichts anderes übrig, als die vom Landkreis angebotene Möglichkeit einer Vollmacht in Anspruch zu nehmen. „Ich habe einen Nachbarn gebeten, mit einer Vollmacht zum Kreishaus zu fahren und für mich die Verlängerung meines Lkw-Führerscheins zu beantragen.“ Der Nachbar muss sogar ein zweites Mal hinfahren, weil Schulze den Antrag unterschreiben muss.

Die Gemeinde Großenkneten hat nach Aussagen des Ersten Gemeinderates Klaus Bigalke sehr gute Erfahrungen mit dem samstäglichen Serviceangebot seiner Verwaltung gemacht. „Das Angebot wird sehr gut angenommen.“ Das betreffe sowohl die Gemeinde als auch die Zulassungsstelle des Landkreises. Für beides seien Mitarbeiter der Gemeinde zuständig.

Wie Landkreis-Pressesprecher Oliver Galeotti erklärte, wird es auf absehbare Zeit keine Öffnungszeiten an Samstagen im Kreishaus geben. Für diese Entscheidung seien die Aspekte Service, Nachfrage und Wirtschaftlichkeit abgewogen worden. „Wir tragen montags bis freitags zwischen 7 und 19 Uhr dem Servicegedanken umfangreich Rechnung“, so Galeotti.

Sascha Schulze steht übrigens nicht alleine da im Landkreis Oldenburg. Nach Angaben von Siegfried Bluhm gibt es 3967 Bürger mit einen Lkw-Führschein, der alle fünf Jahre verlängert werden muss.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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