Wardenburg Balkendiagramme und Prozentzahlen sind normalerweise nicht gerade die erklärte Lieblingslektüre Jugendlicher. Die Klasse 8bR der Everkampschule schaut am Mittwoch im Politikunterricht mit Interesse hin, obwohl es die sechste Stunde ist. Gemeinsam mit Politiklehrerin Angelika Poppe-Ewert vergleichen die 13- und 14-jährigen Mädchen und Jungen, wie die Parteien bei der Landtagswahl am vorigen Sonntag abgeschnitten haben und ob sich das mit ihren Erwartungen deckt. Offensichtlich nicht immer: „Ich habe eigentlich gedacht, dass die CDU gewinnt – wegen des besten Gesamtpakets“, gibt Rune aus der ersten Reihe zu.

Die 8bR ist neben der 9bR und 9cR, eine der drei Klassen der Everkampschule, die an dem Schulprojekt der NWZ zur Landtagswahl teilgenommen hatten. Das Thema Wahlen passte gerade bei den Achtklässlern gut zum Unterrichtsschwerpunkt Demokratie und die Institutionen der Bundesrepublik Deutschland.

Die Everkampschüler haben ihre Kreuze für die großen Volksparteien prozentual ähnlich oft gemacht wie Niedersachsens Wahlberechtigte: CDU – 35,2 Prozent (Schule), 33,6 Prozent (Wähler); SPD – 23,9 Prozent (Schule), 29,6 Prozent (Wähler). Auch bei den Grünen liegen die Schüler nicht allzu weit von der Realität entfernt: 11,3 Prozent (statt 16,4 Prozent). Klare Abweichungen gibt es bei der FDP (Schule: 1,4; Wähler: 13,3 Prozent) und den Piraten (Schule: 18,3; Wähler: 1,8 Prozent).

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„Wir haben im Internet geschaut, was die einzelnen Parteien so für Jugendliche machen wollen“, erzählt Ramon. Manchem Schüler war aber nach eigener Aussage schon vorher klar, welche Partei und welchen Kandidaten er unterstützt. „Ich weiß aus Gesprächen, was meine Eltern wählen. Das habe ich dann auch getan, weil ich mit der Situation zufrieden bin“, verrät Finn. Mehrere Mitschüler sehen das genauso.

Das NWZ -Projekt hat zumindest bei einigen Schülern das Interesse an der Politik geweckt. Sie hätten am Wahlabend die Ergebnisse verfolgt, sagen unter anderem Pia und Rune. „Man schaue auch bei der Wahlwerbung genauer hin, wenn man selber wählen dürfe, stellten Christoph und Katharina fest. „Ich bin jeden Tag zweimal an einem Plakat mit diesem Andreas Focke vorbeigekommen“, erzählt ein Schüler. Leises Gekicher: „Der heißt doch Ansgar“, korrigieren ihn seine Banknachbarn.

„Wählen ist auf jeden Fall wichtig“, findet Caroline und Rune pflichtet ihr bei. „Wenn man dazu keinen Bock hat und nicht hingeht, vergibt man die Chance, Demokratie mitzugestalten.“

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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