Wardenburg Einmal kurz träumen durften die Mitglieder des Ausschusses für Planung und Entwicklung in ihrer jüngsten Sitzung: Wie könnte es aussehen, wenn ein engagierter Städteplaner aus dem Wardenburger Marktplatz einen lebendigen Platz macht, der Menschen zum Spielen und Verweilen einlädt? Wasserspiele, Bühne, Bouleplatz, Streetball-Feld und sogar eine Gemeindehalle könnten aus der tristen Parkfläche einen schmucken Ortsmittelpunkt zaubern.

Doch dieser Traum währte nur kurz, dann war der Ausschuss in die Realität zurückgeholt. „Planerisch toll, aber politisch nicht umsetzbar“, ließ Frank Freese (FDP) die Seifenblase von einem schönen neuen Marktplatz platzen. „Wie sollen wir das finanzieren“, fragte Armin Köpke (CDU) angesichts der vielen anderen Projekte mit einem Finanzvolumen von 15 Millionen Euro, die die Gemeinde noch unerledigt vor der Brust hängen hat, wie Rathausumbau, Bürgerhaus, Busbahnhof, Kita-Erweiterungen und einiges mehr. „Hier wird viel beschlossen, aber nichts umgesetzt“, ärgerte sich Köpke.

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Für mehr fehlt das Geld

Die Tatsache, dass der am 30. November 2017 von den Grünen beantragte und vom Rat beschlossene Ideenwettbewerb für die Marktplatz-Umgestaltung erst jetzt zu Ergebnissen führte, machte nicht nur den CDU-Fraktionsvorsitzenden wütend.

Unter einer, wie damals formuliert, „zeitnahen Umsetzung“ verstand auch Jochen Hillenstedt (Grüne) etwas anderes: Der wartete noch immer auf die Antworten zahlreicher Fragen: Inwieweit ist die Umgestaltung des Marktplatzes mit dem Bürgerprozess verzahnt? Wie weit soll der Planungsbereich gefasst werden? Was haben die Gespräche mit dem Schützenverein über ihr verbrieftes Nutzungsrecht ergeben?

„Es ist schon auffällig, dass der Auftrag an die Planer erst heraus ging, nachdem Irma vergangenes Jahres bekundet hatte, lieber an der Friedrichstraße zu bauen als auf dem Marktplatz“, bemerkte Köpke. „Man hat versucht, sich Zeit zu kaufen und uns einen Köder hingeworfen nach dem Motto: Wir machen mal den Ideenwettbewerb und haben dann drei Jahre Ruhe“, vermutete Frank Freese und deutete damit an, dass die Verwaltung offenbar dem Aktiv&Irma-Verbrauchermarkt möglichst lange die Option offen halten wollte, doch noch auf den Marktplatz umsiedeln zu können. Doch einen Supermarkt auf dem Marktplatz hatte der Rat mit knapper Mehrheit am 30. November 2017 verhindert. Die damalige Bürgermeisterin stimmte für den Umzug.

Für Hajo Suhr (CDU) hatten die vier Ideenskizzen, die das Plankontor Städtebau, die Planungsgesellschaft NWP und Architekt Andreas Meyer in der Sitzung vorgestellt hatten, dennoch einen Sinn: „Sie haben uns die Augen geöffnet, was möglich wäre.“ Dennoch plädierte er dafür, den einzig großen freien Platz, den die Gemeinde im Ortskern besitze, frei zu halten.

Detlef Bollmann (Grüne) regte an, über einen generellen Plan zur Ortskernentwicklung und die Frage nachzudenken: „Was braucht der Ort und wie setzen wir das um?“

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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