Flüchtlingshilfe
Integration bei Fußball, Tanz und Theater

Ein fester Stamm von Ehrenamtlichen ist immer noch dabei. Sie machen die unterschiedlichsten Angebote.

Bild: Flüchtlingshilfe
Der integrative Fußballkursus der Wardenburger Flüchtlingshilfe bei einer Trainingseinheit in Sandkrug.Bild: Flüchtlingshilfe
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Wardenburg Drei Jahre, nachdem die Flüchtlingswelle in Deutschland ihren Höhepunkt erreicht hat, gibt es sie – zumindest in Wardenburg – immer noch: die Flüchtlingshilfe. Längst in eine Integrationshilfe übergegangen, sind in der Gemeinde immer noch viele Helfer bemüht, Menschen mit Migrationshintergrund einzugliedern. „30 Ehrenamtliche sind noch immer aktiv und noch einmal rund 30 stehen bereit, wenn vereinzelt Hilfe benötigt wird“, sagt Detlef Bollmann, Sprecher der Wardenburger Flüchtlingshilfe. Ihr Hauptziel: die Sprachsituation von Geflüchteten zu fördern und somit ihre Integration zu erleichtern.

Trainer ein Iraner

Mehrere Projekte betreut die Flüchtlingshilfe – zumeist mit finanzieller Unterstützung des Landkreises. Und es kommen immer wieder neue dazu: Vor allem bei jungen Männern kommt der integrative Fußball-Kursus gut an, der mittlerweile von dem gebürtigen Iraner Alireza Amintavakoli, der vor 20 Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam, geleitet wird (Training freitags ab 18 Uhr in der Wardenburger Grundschulturnhalle). „Einige aus dieser Gruppe sind auch schon in Vereine gegangen“, freut sich Bollmann. Man sei stets bemüht, mit Vereinen Kontakte herzustellen. Derzeit unterstütze die TSG Hatten-Sandkrug den Wunsch einiger Spieler, höherklassiger kicken zu können. „Die Vereine in der Umgebung sind alle sehr offen“, lobt Bollmann.

Bei der Jugend beliebt ist das „Tanzprojekt für Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund“, das im nächsten Jahr noch einmal neu aufgelegt werden soll.

Räume für Werkstätten

Einen neuen Anlauf soll es für die Fahrradwerkstatt geben, die schon einmal in der Letheschule in Oberlethe eingerichtet war. Die Nachfrage danach, kaputte Fahrräder reparieren zu können, sei zwischenzeitlich nicht so groß gewesen, so Bollmann. Aber es gebe wieder einen Bedarf, nur sei noch kein geeigneter Platz gefunden.

Auch für die geplante Holzwerkstatt fehlt es noch an einer Räumlichkeit. „Hier könnte unter Anleitung gearbeitet werden, denn viele Flüchtlinge wollen wirklich etwas tun; und wir müssen die Auffangen, die keine Beschäftigung haben“, ermahnt Flüchtlingshelfer Bollmann.

Neu ins Leben gerufen werden soll ein Theaterprojekt. „Da sind wir noch auf der Suche nach einer Gruppe, die dafür offen ist, mit Flüchtlingen zu arbeiten“, so Bollmann. Die Aufarbeitung eines Flüchtlingsthemas auf der Bühne sei aber nicht erforderlich. Ein entsprechend vorgebildeter Soziologe oder Theaterpädagoge wäre ideal als Gruppenleiter. Bei all diesen Projekten sei es, so Bollmann, weniger das Problem Fördermittel zu bekommen, als vielmehr Menschen zu finden, die solche Angebote versiert umsetzen könnten.

Ebenfalls der sprachlichen und gesellschaftlichen Inte­gration soll ein Ausflug zum Klimahaus in Bremerhaven dienen. Im Vorfeld werden die Teilnehmer thematisch auf den Ausflug vorbereitet.

Mathe für Lehrlinge

Weitere Kurse, die die Flüchtlinsgehilfe anbietet, sind Deutschkurse und Mathekurse speziell für Lehrlinge. Auch ein Kursus „Mathe für den Alltagsgebrauch“ fange demnächst wieder an. Darüber hinaus gibt es nach wie vor das Teehaus im evangelischen Gemeindehaus für die Begegnung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie die Sprachgruppen, die über selbst gewählte Themen sprechen.

Die Arbeit mit den Flüchtlingen, so Bollmann, sei mittlerweile in Wardenburg zentriert. Nur noch wenige der neuen Mitbürger würden in den Dörfern mit schlechter Verkehrsanbindung wohnen. Flüchtlingshelfer Bollmann wünscht sich, noch lange motivierte Mitstreiter zu finden, denn er ist überzeugt: „Die Integrationsarbeit muss von den Bürgern selbst geleistet werden.“

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