Wardenburg Die Achternmeerer fürchten um die Veranstaltungen auf ihrem Dorfplatz und im Dorfgemeinschaftshaus, wenn demnächst auf dem Gelände des ehemaligen Hofs Lange gebaut wird. Entsprechend erleichtert zeigte sich die Planungsgruppe Dorfentwicklung Achternmeer, dass auch die Mitglieder im Ausschuss für Planung und Entwicklung, der am Donnerstag tagte, ihre Bedenken teilen und sich noch intensiver mit dem Thema Lärmschutz befassen wollen.

„Unsere Befürchtung ist, dass Anlieger des geplanten Neubaugebietes klagen könnten und wir irgendwann unsere Feste nicht mehr auf dem Dorfplatz feiern dürfen“, erklärt Helmut Deye, Sprecher der Planungsgruppe.

Keine Rechtssicherheit

Hier wird nicht nur das jährliche Erntefest gefeiert, der Platz ist auch Veranstaltungsort für das Motorradtreffen im Frühjahr; das Sommerfest findet hier statt, zur 200-Jahr-Feier des Ortes hat man sich hier ebenso getroffen wie zum 50-jährigen Bestehen des Bürgervereins. „Wir brauchen diesen großen Dorfplatz – insbesondere, wenn die Dorfgemeinschaft nun wächst“, macht Deye deutlich. Deshalb ist es der Planungsgruppe wichtig, dass Feste nicht über den Klageweg verhindert werden können.

Dafür machten sich auch die Ausschussmitglieder stark. Diedrich Janssen vom Planungsbüro NWP, das mit den Vorentwürfen des Bebauungsplans beauftragt ist, betonte zwar, das Erntefest und andere Feierlichkeiten auf dem Dorfplatz seien als „seltene Ereignisse“ zu definieren und deshalb nicht gefährdet. Doch der Ausschuss entschied sich, den Beschluss zu diesem Tagesordnungspunkt zurückzustellen und sich die Lärmschutz-Alternativen noch einmal ganz genau anzusehen. „Ich bin für die Bebauung – aber wir müssen den Lärmschutz erst vernünftig abarbeiten“, sprach Armin Köpke (CDU) aus, was viele dachten. „Wir befinden uns in der Bauleitplanung, und da brauchen wir Rechtssicherheit“, machte Wolfgang Depken (Grüne) deutlich. Auch der Hinweis von Bürgermeisterin Martina Noske, die Grundstückskäufer würden vertraglich auf die Feste hingewiesen, genügte den Ausschussmitgliedern nicht.

Mit knapper Mehrheit hat der Planungsausschuss grünes Licht für den Umzug des Lohnunternehmens Pape gegeben. Es war der dritte Anlauf des Wardenburger Unternehmers, seine Firma auf einer anderen Fläche zu vergrößern, weil dies am jetzigen Standort – am Kirchweg – nicht möglich ist.

„Planung auf Zuruf“

Nachdem Pape 2016 zunächst nach Achternholt hatte umziehen wollen, diesen Plan aber wegen massiven Widerstands aufgegeben hatte, war kurzfristig eine Fläche im Bereich des Luchsendamms im Gespräch gewesen. Jetzt geht es konkret um eine etwa drei Hektar große Fläche im Dreieck Oldenburger Straße/Schehnberger Weg.

„Hier wird Bauleitplanung auf Zuruf gemacht“, kritisierte Eckhardt Hildebrandt (FWG) und warnte davor, einen einzelnen Betrieb zu bevorzugen. Er schlug vor, Pape solle in eines der Gewerbegebiete ziehen. „Ein Betrieb wie Pape gehört nicht ins Gewerbegebiet“, hielt Achim Grätz (CDU) dagegen. „Der vorgesehene Standort ist optimal.“ Ralf Dierks (SPD) gab die erhebliche Lärmbelästigung und auch die ökologische Belastung zu bedenken, und auch Wolfgang Depken befand: „Aus städtebaulichen Gründen können wir diese Insellösung nicht nachvollziehen.“ Zwei Anwohner nutzten die anschließende Bürgerfragestunde, um ebenfalls auf die ökologischen Aspekte hinzuweisen. Unter anderem seien hier seltene Vögel beheimatet. Gleichzeitig gaben sie zu bedenken, dass die Ansiedlung nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen belasten werde. Die Entscheidung über die Ansiedlung wird nun der Verwaltungsausschuss treffen.

Anke Brockmeyer Redakteurin / Reportage-Redaktion
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