Stenum Wer darf den Wald wie nutzen, wenn er spätestens 2018 Naturschutzgebiet ist? – Dieser Frage gingen am Freitag die FDP-Kreistags- und -Gemeinderatsfraktion nach. Bei einem Ortstermin im Stenumer Holz nahm Georg Schinnerer vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege des Landkreises Oldenburg zu der entsprechenden Verordnung Stellung, die derzeit erstellt wird.

Der Hintergrund: Der Landkreis ist vor mehreren Jahren verpflichtet worden, zwölf Waldgebiete zu sichern, die unter die FFH-(Flora-Fauna-Habitat-)Richtline der Europäischen Union fallen. Die EU moniert, dass dieser Verpflichtung nicht nachgekommen worden sei. Um Sanktionen zu umgehen, verlangt das Land nun die Sicherung bis 2018.

Beim Ortstermin am Freitag betonte Schinnerer, dass noch keine fertige Verordnung vorliege und die Interessen der Bevölkerung in die Ausarbeitung einfließen sollen. Grundsätzlich gelte in Naturschutzgebieten: „Es ist alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.“ Vorgesehen sei jedoch, einzelne Verbote gesondert hervorzuheben, so Schinnerer: etwa das Freilaufenlassen von Hunden, das Zerstören von Pflanzen und Pilzen, Zelten und Lagerfeuer oder auch die Errichtung baulicher Anlagen aller Art.

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Für Letztere wünsche sich der Orts- und Heimatverein Schierbrok-Stenum Bestandsschutz, betonte FDP-Ratsherr Hans-Jürgen Hespe, auch Vorsitzender des Ortsvereins. So habe der Verein die so genannte Mitternachtsbrücke, 22 Bänke und mehrere Hinweisschilder errichtet.

Konfliktpotenzial dürfte das Verbot des Ausbringens nicht-heimischer Arten bergen: Einige Anlieger entsorgen seit Langem ihre Gartenabfälle im Wald, wodurch nach Ansicht der Naturschutzbehörde invasive Arten eingeschleppt wurden. Das Reiten indes, das bislang auf einigen ausgewiesenen Wegen erlaubt ist, könnte nach Einschätzung Schinnerers auch künftig geduldet werden.

Und dann wäre da noch das Verbot, Flächen abseits der Wege zu betreten. „Wie geht es mit dem grünen Klassenzimmer und für Kindergartengruppen weiter?“, wollte Marion Daniel, Vorsitzende der Kreistags- und Gemeinderatsfraktion der Liberalen, wissen.

Eine Nutzung des Stenumer Holzes zum Zweck von Information und Bildung bedürfe zunächst der Zustimmung der Landesforsten als Eigentümerin, stellte Schinnerer klar. Im zweiten Schritt erteile die Untere Naturschutzbehörde dann, etwa an Schulen oder Kindergärten, abgestimmt auf die FFH-Richtline eine Freistellung. Gleiches gilt für Forschung und Lehre. Auch hier soll eine Freistellung im Einzelfall das Verlassen der Wege ermöglichen.

Die Kreisverwaltung strebt an, dass die neue Verordnung bis zum Jahresende alle politischen Gremien passiert hat.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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