GANDERKESEE Schade eigentlich. „Claudia Jung konnten wir nicht überreden“, frotzelte Arnold Hansen auf die Frage, welche Polit-Prominenz die Freien Wähler denn im Kommunalwahlkampf 2011 nach Ganderkesee holen. Die Schlagersängerin und Landtagsabgeordnete aus Bayern werde nicht kommen. Dafür wird mit anderen gerechnet: Die SPD baut auf Unterstützung durch ihren Landesvorsitzenden Olaf Lies, die CDU hofft auf einen Besuch von Ministerpräsident David McAllister.

Dreieinhalb Monate vor dem Urnengang am 11. September sind die Vorbereitungen bei den im Ganderkeseer Gemeinderat vertretenen Parteien und den Freien Wählern weit gediehen. Die längsten Kandidaten-Listen für die Gemeinderatswahl hat die SPD mit insgesamt 22 Bewerbern (für beide Wahlbereiche). Es folgen: CDU und Freie Wähler mit je 20, FDP mit 14 und Grüne mit acht Kandidaten.

Deutliche Unterschiede sind beim „Wie“ des Wahlkampfs festzustellen. Ein Beispiel: die Kandidaten-Plakate (mit Bildern der Bewerber). Etwa 800 Stück werde die CDU drucken lassen, kündigte Gemeindeverbandsvorsitzender Hans-H. Hubmann an. Bei der SPD geht Ortsvereins-Vize Rolf Oetken von 80 für jede der drei Ortsgruppen aus – während bei den Grünen laut Vorstandsmitglied Jens Gause „nichts in Arbeit ist“. Von seiner Partei werde es „keine Materialschlacht“ geben, meinte Gause, der aber anmerkte, dass man sehr wohl 50 Themenplakate kleben werde.

Flyer sind von allen genannten Parteien und den Freien Wählern zu erwarten.

Auch die Nutzung eigener Websites ist mittlerweile Standard – wird aber von der Wirkung her sehr unterschiedlich gewichtet. „Eine große Rolle“ werde der Wahlkampf via Internet spielen, vermutet Hubmann. Anders Arnold Hansen, Chef der Freien Wähler: „Etwas überbewertet“ werde das Internet. Viel wichtiger sei das persönliche Gespräch – nicht das am Infostand, sondern das „auf der Straße“.

Die Website der FDP sei seit einigen Tagen mit Facebook verlinkt, berichtete FDP-Chefin Marion Daniel – „da legen wir vor“. Allerdings spreche man damit wohl nur jüngere Altersgruppen an.

Und die Prognosen? Für die SPD erwartet Rolf Oetken zwölf bis 14 Sitze (zum Vergleich: Bei der Wahl 2006 waren es 14); für die CDU rechnet Hubmann mit 12 (12) Mandaten, allerdings nur im Falle einer höheren Wahlbeteiligung, die der Partei tendenziell entgegenkomme. FDP-Chefin Daniel erwartet einen Rückgang auf 4 (5) Mandate. Einzige Optimisten im Ring: Freie Wähler-Vorsitzender Hansen prognostiziert 5 (3) Sitze, Grünen-Vorstand Gause gar 6 (2) Mandate.

Franz Müntefering, ehemaliger SPD-Bundesvorsitzender, Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Vizekanzler und Bundesminister, wird am Montag, 30. Mai, in Hoykenkamp erwartet. Der 71-Jährige kommt allerdings nicht als Wahlkämpfer, sondern als Referent. Bei der Vortragsveranstaltung „Älter werden mit Plan“ der Landesgruppen Niedersachsen/Bremen in der SPD-Bundestagsfraktion spricht „Münte“ über „Die Herausforderung des demografischen Wandels“.

MdB Holger Ortel wird die Teilnehmer um 18 Uhr im Gasthof Menkens begrüßen, um 18.25 Uhr folgen Vortrag und Diskussion. Aus organisatorischen Gründen bittet das SPD-Wahlkreisbüro Delmenhorst Interessierte um eine Anmeldung unter Telefon  04221/152 12 12.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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