Wildeshausen Aus der Tierschutzgruppe Wildeshausen wird die Tierschutzgruppe Oldenburg-Land e.V.. Das beschlossen die 25 anwesenden Mitglieder der TSG am Freitagabend auf Antrag eines Vereinsmitgliedes während der Hauptversammlung im Hannoverschen Hof einstimmig. Zweite grundlegende Änderung: Die langjährige Vorsitzende Christina Poppe trat nicht erneut an. Nachfolgerin wurde die Wildeshauserin Anne Grafe-Weibrecht, frühere CDU-Ratsfrau.

Mit der Umbenennung werde der Tatsache Rechnung getragen, dass sich die Arbeit der Tierschutzgruppe schon immer über den gesamten Landkreis erstreckte und nicht etwa nur auf Wildeshausen, so der Verein.

Boykott der Politik

Wie 2016 angekündigt, kandidierte Christina Poppe nicht erneut für drei weitere Jahre als Vorsitzende. Dafür erklärte sich Anne Grafe-Weibrecht, seit Mai 2016 im Vorstand, bereit, den Vorsitz zu übernehmen. Bei zwei Enthaltungen erhielt sie das Votum der Versammlung.

Wiedergewählt wurde Claudia Heik als 2. Vorsitzende in Abwesenheit. Sie war erkrankt. Weitere drei Jahre wird auch Schriftführerin Ute Büsing im Vorstand mitarbeiten wie auch Pressewartin Edith Kaminski. Allerdings werden es für sie die letzten drei Jahre im TSG-Vorstand sein. Als Beisitzer sind nun Uwe Würfel und Karina Kosmolla aktiv.

Aktuell 184 Mitglieder – 169 Katzen aufgenommen

Christina Poppe bat die Vereinsmitglieder, sich bis zur nächsten Versammlung Gedanken zu machen, an wen das Vereinsvermögen im Auflösungsfall gehen soll. „Bislang haben wir den Deutschen Tierschutzbund eingesetzt. Wir sind aber der Meinung, dass im Falle ,Wenn‘ eine örtliche nahestehende Institution bedacht werden soll.“ Keinesfalls sei dieses Ansinnen ein Hinweis darauf, dass die Auflösung der TSG kurz bevorstände, betonte Edith Kaminski. Gegenüber Mai 2016 mit 195 Mitgliedern sind jetzt (Stand Mai 2017) 184 Personen im Verein. Davon 15 aktiv. Der Mitgliedsbeitrag ist seit 2012 mit 30 Euro für Einzelmitglieder, 40 Euro für Ehepaare und 6 Euro für Schüler konstant. Die Vereinsrücklagen konnten um 5000 Euro gesteigert werden.

169 Katzen (92 Kater und 77 Katzen, davon 66 Welpen) wurden in 2016 aufgenommen. 36 Hunde wurden aufgegriffen. Davon elf in Wildeshausen, vier in Hatten, 18 in Großenkneten und drei in Dötlingen. 34 gingen an die Besitzer zurück. Sie waren gechipt. Daneben betreute Michaela Granel 37 Igel. Ein Eichhörnchenjunges wurde von ihr mit der Flasche großgezogen. Wildtiere und Exoten konnten entsprechend untergebracht werden, hieß es. Um die Nutztiere kümmerte sich Edith Kaminski.

Das gesamte Thema Tierheim, zuletzt beim gescheiterten Versuch in Hanstedt, sei sowohl von der Politik wie auch vom Landkreis boykottiert worden, hieß es. Die Lobby der Tierschutzgruppe und aller Tierschützer sei nicht gut. Christina Poppe fragt in ihrem Bericht: „Liegt es daran, dass wir unbequem sind und Dinge, die den Tierschutz betreffen, nicht auf sich beruhen lassen?“

Die TSG schütze alle Tiere. Nicht nur Hunde, Katzen und Kleintiere. Auch werde gegen die so genannte Nutztierhaltung vorgegangen. „Diese Intensivtierhaltung ist nicht artgerecht und sie schädigt die Natur durch Vergüllung und Monokulturanbau und damit auch den Menschen. Artenvielfalt geht verloren. Die Erde wird systematisch kaputt gemacht“, stellte die Vorsitzende heraus.

Immer wieder würden die TSG-Mitglieder angesprochen, dass es unmöglich sei, wie mit dem Ehrenamt im Hinblick auf die jahrelange gute Zusammenarbeit umgegangen werde. „Besonders schlimm aus unserer Sicht ist die Tatsache, dass es den Entscheidungsträgern nicht mehr um die Sache ging, sondern um persönliche Empfindlichkeiten. Man will uns nicht“, so Poppe. Inzwischen sind alle Gemeinden aus der Zusammenarbeit mit der TSG ausgestiegen. Zuletzt die Gemeinde Dötlingen.

Verwundert über Vertrag

Verwunderlich sei auch, dass ein kommerzieller Betreiber in Bergedorf, bei dem vom Veterinäramt durch den Landkreis beschlagnahmte Tiere untergebracht wurden, die Fundtiere beherbergen soll. Verträge wurden über vier Jahre geschlossen. „Bei erheblich weniger Leistung, für weitaus mehr Geld“, meinte Poppe. Von Kastrationspflicht in Wildeshausen wird in den Verträgen nicht gesprochen. „Tierschutz und Tierwohl sind in unserem Landkreis wieder ein Stück mehr Entwicklungsarbeit geworden.“

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