HATTEN Seine Amtszeit endet offiziell erst am 24. September, den großen emotionalen Moment erlebte der scheidende Gemeindebrandmeister Horst Schwindt aber schon am Sonnabend. Für den Abend war eine offizielle Zeremonie im Feuerwehrhaus Dingstede anberaumt, wie er aber dahin gelangen sollte, war für Schwindt eine Riesenüberraschung.

Um 15 Uhr wurde er von vielen Kameraden, Landrat Frank Eger und Bürgermeisterin Elke Szepanski zu Hause in Sandkrug abgeholt, um mit der Kutsche nach Dingstede zu fahren. Die gesamte Strecke – 15 Kilometer – war gesäumt von Feuerwehrleuten. 120 Männer, Frauen, Jungen und Mädchen transportierten in einer Stafette einen Löscheimer zu Fuß neben der Kutsche her.

Erst gegen 18 Uhr traf die Kutsche in Dingstede ein, wo sie von dem lauten Geheul der Feuerwehrsirene empfangen wurde. Die letzten Meter musste Schwindt dann den Eimer tragen und seinem Nachfolger, dem Dingsteder Ortsbrandmeister Reiner Schröder, übergeben.

In Dingstede hatten sich die Mitglieder aller vier Ortswehren versammelt, dazu der Feuerwehrverbandsvorsitzende Peter Sparkuhl und die stellvertretenden Kreisbrandmeister Gerd Wiechmann und Claus Stolle, Ehrengemeindebrandmeister Hans-Jürgen Wulf und viele Vertreter von Rat, Verwaltung, Polizei und Maltesern.

Der Aufwand sei gerechtfertigt, so der stellvertretende Dingsteder Ortsbrandmeister Hergen Schütte, so einen Amtswechsel gebe es selten und mit Reiner Schröder werde ja erstmals ein Dingsteder Gemeindebrandmeister.

Vorerst war es aber noch der Tag von Horst Schwindt. Den Verkehrsstau, den die Kutsche produziert habe, sei es wert gewesen, fand Landrat Eger. Er dankte Schwindt für zwölf Jahre gutes Miteinander. Schwindts Mischung aus Ernsthaftigkeit im Einsatz und Freundlichkeit danach hätten die Hatter Wehr geprägt. Zu Schröder gewandt sagte Eger, dieser solle nicht versuchen in Schwindts Fußstapfen zu treten, sondern seine eigenen hinterlassen. Die ruhige und sachliche Art von Schwindt lobte auch Peter Sparkuhl. Auch er wünschte Schröder eine gute Hand bei der Führung der Hatter Wehren.

Der offizielle Part war Sache von Bürgermeisterin Elke Szepanski, sie ernannte und vereidigte zuerst Gerhard Scholz erneut als Stellvertretenden Gemeindebrandmeister. Er habe Schwindt immer den Rücken frei gehalten, lobte sie. Sie baue darauf, dass er das auch für Schröder tue. Schwindt, der bis zum erreichen der Altersgrenze im Jahr 2014 als 2. Stellvertreter fungieren wird, attestierte die Bürgermeisterin, nie übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Er sei in seiner Arbeit immer am Wohl der Menschen in der Gemeinde orientiert gewesen. Ein Dank galt auch Schwindts Frau Angela, die ihn immer unterstützt habe.

Schließlich ernannte Szepanski Reiner Schröder zum neuen Gemeindebrandmeister. Auch er sei ein besonnener und ruhiger Mensch, der genau wisse, was er wolle. Andererseits könne er mit seinem trockenen Humor manche problematische Situation entspannen.

Als eine seiner letzten Amtshandlungen beförderte Schwindt Schröder vom Ober- zum Hauptbrandmeister. Schröder sei sein Wunschnachfolger gewesen, machte Schwindt klar, während er sichtlich bewegt und dankbar Bilanz zog. Er erinnerte an schwierige und wichtige Einsätze. Die Gründung der Jugendfeuerwehr sei ein besonderes Projekt seiner Amtszeit gewesen. Sein wichtigstes Anliegen sei aber, und das müsse es für die Wehr immer bleiben: „Die Bürger müssen ihrer Feuerwehr vertrauen können.“

Reiner Schröder hielt seinen Redebeitrag kurz: Er dankte für die Wahl und Geschenke der Nachbarn und wünschte allen Anwesenden viel Spaß beim anschließenden Beisammensein.

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Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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