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Schlutter In der Kommunalpolitik des Landkreises Oldenburg gilt er als einsamer Rekordhalter: Bernhard Schwarting ist seit fast 40 Jahren ununterbrochen im Kreistag, war 20 Jahre lang im Gemeinderat Ganderkesee (1986-2006) und ist Ehrenratsherr. Hinzu kommen weitere ehrenamtliche Tätigkeiten: 25 Jahre Präsident des Ganderkeseer Schützenbundes (1976-2001), zwölf Jahre Vorsitzender des Schützenvereins Hoyerswege (1975-1987), elf Jahre Schriftführer des Reitervereins Ganderkesee (1963-1972) und sogar Schöffe am Land- und am Amtsgericht. An diesem Sonnabend wird Bernhard Schwarting aus Schlutter 80 Jahre alt.

Woher dieses vielseitige Engagement kommt, kann er selbst kaum erklären. Schon der Großvater war kommunalpolitisch aktiv. „Und mein Vater hat immer gesagt: Du musst mein Nachfolger werden“, erzählt der Jubilar. Vater Bernhard Schwarting (1904-1980) war auch im Kreistag. Sein Sohn trat 1969 in die CDU ein. In Bonn regierte damals Kanzler Willy Brandt (SPD). Erstmals in den Rat der Gemeinde Ganderkesee wurde der heute 80-Jährige 1986 gewählt.

„Das Bauliche war mir immer wichtig“, sagt der Zimmerermeister. Schwarting, der dem Zukunftsausschuss des Kreises vorsitzt, nahm sich früh des Straßenausbaus an. „Wir haben viele kleine Ortschaften. Die dürfen wir nicht vernachlässigen“, sagt der Mann aus Schlutter. In seine Ägide fallen Dutzende von Bebauungsplänen, aber auch der Bau und die Erweiterung des Kreishauses in Wildeshausen.

Betrieb an Platz 1

In seiner Laufbahn war Schwarting immer wieder für Überraschungen gut. „1982, sechs Jahre vor der Kreissitzverlegung, lag ich im Krankenhaus und konnte deshalb nicht zu einer Kreistagssitzung nach Altmoorhausen fahren.“ Der CDU-drohte eine wichtig Stimme zu fehlen. Begleitet von seiner Frau Gerda, mit der er inzwischen 56 Jahre verheiratet ist, und einem Pfleger wurde Schwarting mit dem Krankenwagen zur Sitzung gefahren. Die Mehrheit war gesichert.

Beruflich stellte sich der Jubilar in die Familientradition. „Der Betrieb stand immer an erster Stelle“, stellt Schwarting klar. Das Tischler- und Schreinerhandwerk hat er bei der Firma Raschen in Adelheide erlernt. Sein Gesellenstück war eine Pforte aus Eichenholz. Ein Jahr lang arbeitete Schwarting im Harz, ehe er in den von seinem Großvater 1902 gegründete Familienbetrieb eintrat.

Die Bau- und Möbeltischlerei Schwarting ist auf vielen Feldern aktiv: vom filigran gefertigten Wandschrank bis hin zum großen Reithallendach. „Wir reparieren aber auch schon mal einen wackeligen Stuhl“, erklärt Gerda Schwarting. Unter der Vielzahl von Aufträgen hebt Ehemann Bernhard einen spontan hervor: Die Firma hat die Holzkirche aus Zaschendorf (Mecklenburg-Vorpommern) komplett saniert. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Fachwerkgebäude wurde abgebaut, auf den Tieflader verladen und in Schlutter erneuert. 1993 wurde die rekonstruierte Kirche neu geweiht. Doch die meisten Aufträge kommen aus der Region. Heute arbeiten in der Zimmerei 14 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende.

Töchter packen an

1999 trat Tochter Insa Schwarting-Bakenhus als Mitgeschäftsführerin ins Unternehmen ein. Die zweite Tochter der Schwartings, Angela, packt bei der Buchführung mit an. „Ich muss morgens nicht mehr der Erste im Betrieb sein“, sagt der Seniorchef. Er weiß die Unternehmensnachfolge in guten Händen. Mit Enkel Gerrit Bakenhus (26) steht bereits die fünfte Generation in den Startlöchern. Auch seine Ära in der Kommunalpolitik neige sich dem Ende zu: „Diese Wahlperiode im Kreistag wird wohl die letzte sein.“

Seinen Geburtstag an diesem Sonnabend begeht Bernhard Schwarting im Familienkreis. Am Gründonnerstag soll dann größer gefeiert werden. Natürlich in Schlutter; denn aus seiner Heimatverbundenheit hat Schwarting nie einen Hehl gemacht.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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