Hude /Landkreis Pegida-Gründung, Protest-Märsche, „Merkel muss weg“-Rufe – Christoph Mildner beobachtet ein wachsendes Misstrauen gegenüber Politikern. „Die Leute wollen nichts mit der Politik zu tun haben, weil sie das Gefühl haben, nichts verändern zu können. Und die Politiker sind verärgert, weil ihnen niemand zuhört und machen dann was sie wollen. Das ist eine Spirale“, erklärt der Huder.

Seine Idee ist es, die Hürde für die Bürger zur Teilhabe an der Politik abzubauen. Damit das gelingt, plant er Podiumsdiskussionen um Bürger und Politiker ins Gespräch zu bringen. So sollen die Zuhörer konkrete Antworten bekommen. Konkret heißt seine Idee PLUS. Es steht für Politik, Leben, Umwelt, Sicherheit. Der junge Verein, der aus zehn bis zwölf Mitstreitern besteht, startet am Donnerstag, 30. März, mit seiner ersten Veranstaltung.

Eingeladen sind aus dem Landtag Karl-Heinz Bley (CDU), Axel Brammer (SPD), Christian Dürr (FDP) und Hans-Joachim Janßen (Grüne) sowie Marion Schröter von den Linken und Herbert Sobierei von der AfD. „Den Parteien geht es häufig nur darum, ihr eigenes Klientel zufriedenzustellen. Sie sprechen nur vor eigenen Anhängern, nie vor anders wählenden“, beobachtet der Politiklehrer, der an der Graf-Anton-Günther Schule Oldenburg arbeitet. Das Thema der ersten Diskussion ist die Nitratbelastung des Grundwassers und die Fragestellung: „Ist die konventionelle Landwirtschaft ein zukunftsfähiges Modell?“.

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Vortrag informiert

Zu Beginn hält Markus Penning vom Wasserverband OOWV einen Fachvortrag, damit alle Zuhörer die Problematik und das Thema verstehen – so ist es für jede Diskussion, die vierteljährlich stattfindet, geplant. Moderatoren führen durch den zweiten Teil, bei dem vorher eingesandte Fragen an die Politiker gestellt werden. Am Schluss können die Besucher ihre Frage direkt loswerden.

Die Politiker sollen umsetzbare Lösungen bieten, PLUS bietet das Forum dafür. „Die Politiker können sich nicht hinter den Parteiinteressen verstecken. Sie sollen durch die Probleme der Bürger zum Denken angeregt werden“, erklärt Mildners Schüler Jonathan Ponfick aus Wüsting.

Lohnt sich wählen?

„Menschen aus meinem Umfeld fragen sich auch, was es bringt, wählen zu gehen. Es gibt die großen Parteien, die das Gleiche sagen und mit denen sich die Leute vielleicht auch gar nicht identifizieren“, beobachtet Laura Sobeck. Für sie ist das politische Engagement der einzige Weg, die Zukunft ihres Landes zu gestalten. Als Schülerin an der Graf-Anton-Günther-Schule kam sie schon vor drei Jahren mit ihrem Lehrer Mildner ins Gespräch und interessiert sich seitdem für die Politik.

„Ich selber studiere Politik auf Lehramt und bin unzufrieden mit der politischen Situation“, erläutert die ehemalige Schülerin Derya Yildirim ihre Beweggründe, sich zu engagieren. Alle jungen Erwachsenen sind sich einig, dass es nicht der richtige Weg ist, alles nur blöd zu finden und nichts dagegen zu tun. „Die Frustration ist sehr groß, deswegen soll unsere Veranstaltung auch für alle Menschen nutzbar sein. Die Leute müssen für Antworten nicht zu den Parteien gehen“, erläutert Christina Mildner, die den Posten der 1. Vorsitzenden inne hat.

Antworten und Positionen abseits der Flüchtlingsproblematik erhoffen sich die Veranstalter genauso wie die anderen Politiker von der AfD. „Es ist gut, dass sich ein AfD-Politiker mal äußern kann und sich die anderen Parteien die Ideen anhören anstatt direkt draufzuhauen. Die Leute wählen die AfD weil sie Angst haben“, sagt Laura Sobeck. „Die Partei muss dort auch mal andere Inhalte liefern. Die Besucher werden dann ja sehen, wenn die AfD nicht mitdiskutiert“, erklärt Jonathan Ponfick. „Daraus ziehen die Wähler dann hoffentlich ihre Konsequenzen,“ so Mildner.

Fragen zusenden

Beginn für die Veranstaltung von PLUS ist am Donnerstag, 30. März, um 20 Uhr im Hotel Ripken am Borchersweg 150 in Hatten. Der Eintritt ist frei, Einlass bereits ab 19.30 Uhr. Fragen an die Gäste können an plus-verein@gmx.de (Betreff: Wasser) geschickt werden.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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