Neerstedt Müssen Dötlinger für den Arztbesuch oder für bestimmte Medikamente bald weitere Wege auf sich nehmen? Diese Frage stellt sich anlässlich des Besuchs der CDU in der Neerstedter Geest-Apotheke am Montagabend.

Anke Spille, Anne-Marie Glowienka, Beate Wilke, Gernot Kuhlmann, Dietz Wiechers und Sascha Henning tauschten sich mit Apothekerin Margret Müller aus. Dabei ging es auch um die Ärzteversorgung vor dem Hintergrund der möglichen Auflösung der Praxis Dr. Manfred Schwarz und Dr. Ansgar Schmidek in Neerstedt zum 30. Juni – der einzigen Hausarztpraxis in der Gemeinde: „Wir werden schon darauf angesprochen, wie es weitergeht mit der ärztlichen Versorgung“, berichtete Glowienka. Auch Müller bestätigte: Die Kunden fragen, wie es weitergeht. Im Gespräch wurde deutlich: Die Sorge der Bürger ist da, dass es keine Ärzteversorgung mehr im Ort geben wird. „Es muss zeitig eine Lösung gefunden werden“, ergriff Wilke das Wort. Unsere Zeitung hat die beiden Ärzte am Dienstag in der Praxis nicht erreichen können.

Ein weiteres Thema brannte Margret Müller unter den Nägeln: die Medikamentenversorgung. Die gerate nämlich seit mehreren Jahren ins Stocken. „Seit fünf, sechs Jahren gibt es extreme Lieferengpässe“, schätzte Müller. Eklatant sei es beispielsweise bei dem Arzneistoff Venlafaxin. Grund seien die mangelnden Rohstoffe, die unter anderem aus China angeliefert würden – weltweit gebe es nur drei oder vier große Rohstoffhersteller. Hinzu komme: „Der deutsche Arzneimarkt ist für Hersteller uninteressant.“

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Venlafaxin wird bei Depressionen verschrieben: „Die Leute sind extrem darauf angewiesen.“ „Und wenn die Patienten es nicht bekommen können?“, wollte Glowienka wissen. Müller: „Dann muss der Arzt sie umstellen.“ Das Problem: „Viele Depressive finden nicht auf einen Schlag ihr Mittel.“ „Das Resultat wäre also: Die Patienten werden kränker, kommen ins Krankenhaus, kosten mehr“, so Glowienka – die Liste könne man immer weiterführen.

Die Reaktionen der Kunden auf den Medikamentenmangel seien verständnisvoll, erklärte Müller – wenn auch für einige Kunden unverständlich, dass es in einem reichen Land zu einem solchen Engpass kommen kann.

Zudem beklagte Müller die 2007 eingeführten Rabattverträge und den damit zusammenhängenden Bürokratieaufwand: Einzelne deutsche gesetzliche Krankenversicherungen würden exklusiv mit einzelnen Arzneimitteln des Herstellers beliefert. Einem Informationsblatt in der Geest-Apotheke ist zu entnehmen, dass die gesetzlichen Krankenkassen dadurch mehr als vier Milliarden Euro eingespart haben – in 2019...

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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