KIRCHSEELTE Jürgen Niermann ging nach einem Vierteljahrhundert Ratsarbeit auch mit mahnenden Worten: In den vergangenen Jahren habe die Gemeinde Kirchseelte im Schnitt 70 000 Euro jährlich aus den Rücklagen genommen.  Werde so weiter gemacht, sei das Vermögen bald aufgebraucht, schrieb der scheidende Ratsherr der Wählervereinigung Kirchseelte dem neuen Gemeinderat ins Stammbuch: „Manchmal muss man auch daran denken, was kostet das alles.“

Niermann gehört zu einem Quartett langjähriger Ratsvertreter in Kirchseelte, die zur Kommunalwahl im September nicht mehr angetreten waren und nun ausscheiden. Bürgermeister Walter Raem verabschiedete sie bei der Ratssitzung am Mittwoch im Dreimädelhaus mit großem Dank und würdigte ihre Verdienste.

Zu den Aktivposten über Jahrzehnte gehörte Heinrich Cordes (CDU). Vor 30 Jahren ins Kommunalparlament eingezogen, gehörte er dem Rat von 1981 bis 1991 sowie 1996 bis heute an und war mehrere Jahre Bürgermeister (1998 bis 2001) und Stellvertreter; zudem engagierte er sich auch im Samtgemeinderat. Im Gemeinderat arbeitete er mit im Bau- und Planungsausschuss und saß stets im Verwaltungsausschuss, wobei er Projekte wie den Bau des Dorfgemeinschaftshauses oder die Sanierung der L 338 begleitete. Projekte, an denen ebenso Jürgen Niermann „maßgeblich beteiligt“ gewesen sei, so Raem. Niermann, zuletzt seit 2001 stellvertretender Bürgermeister, gehörte dem Gemeinderat seit 1986 an, war von 1991 bis 1996 Bürgermeister und lange Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses. Die beiden politischen Urgesteine seien „nicht immer einer Meinung“ gewesen, erinnerte Raem an Auseinandersetzungen – anschließend aber sei „alles vergessen gewesen“. Beide hätten sich „für die Gemeinde aufgeopfert“. Einen Eindruck davon vermittelten auch Zahlen, die Niermann überschlagen hatte: In 25 Jahren seien allein 350 bis 400 Sitzungen zusammengekommen: „ein ganzes Jahr an Arbeitszeit“. Gleichwohl bekundeten beide, die Arbeit im Rat habe – auch wenn mal „handfest gestritten“ worden sei, so Cordes – „viel Spaß gemacht“.

Nach zehn Jahren als Ratsmitglied in Kirchseelte tritt Christian Stenz (SPD) ab, dem Raem „erfrischend kritische Fragen“ bescheinigte. Von 2001 bis 2003 sowie wieder seit 2006 gehörte Uwe Poggenburg (FDP) dem Rat an.

Der neu gewählte Gemeinderat kommt am Donnerstag, 3. November, um 20 Uhr zur konstituierenden Sitzung im Dreimädelhaus zusammen.

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