Landkreis Dieser Tag soll an die gesellschaftliche Ungleichheit zwischen Frauen und Männern erinnern: der Weltfrauentag am 8. März. „Für die Gleichberechtigung der Frauen ist schon viel erreicht worden. Nichtsdestotrotz gibt es noch viele Bereiche, in denen wir uns für Veränderungen einsetzen können, es lohnt sich“, sagt Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU) mit Blick auf den Weltfrauentag an diesem Sonntag.

Dass in Sachen Gleichberechtigung noch einiges getan werden muss, steht außer Frage. Das zeigt auch ein Blick auf das Verhältnis der Verdienstordensträger – in der Bundesrepublik sowie im Landkreis Oldenburg.

85Verdienstorden sind in den vergangenen 25 Jahren im Landkreis Oldenburg verliehen worden. 21 davon an Frauen – also weniger als ein Viertel.

33Prozent der von 2009 bis 2019 an Personen aus dem Landkreis verliehenen Orden gingen im Durchschnitt an Frauen. Insgesamt fielen in diesen Zeitraum 24 Auszeichnungen. In diesem Jahr wurde erst eine Verdienstmedaille vergeben – sie ging an eine Frau. Anja Lüers (Hatten) wurde diese Ehre zuteil.

31Prozent beträgt der Frauenanteil im bundesweiten Schnitt der Jahre 2009 bis 2019. In diesen elf Jahren konnten sich insgesamt 17 633 Personen über die Ehrung durch den Bundespräsidenten freuen.

Von den geehrten Frauen aus dem Landkreis Oldenburg erinnern sich drei stellvertretend an die Verleihung zurück – und überlegen, warum der Frauenanteil so gering ist.

Thea Freiberg

„Das war seinerzeit eine große Überraschung“, sagt die 80-Jährige zur Auszeichnung im Juni 2016. „Zwar habe ich viel gemacht, aber mit dem Verdienstorden hätte ich nie gerechnet.“ Für ihr langjähriges Engagement im kulturellen Bereich und zum Wohl der Allgemeinheit bekam sie die Auszeichnung überreicht. „Es setzen sich so viele Frauen im Ehrenamt ein, es ist schade, dass so wenige für die Ehrung vorgeschlagen werden“, findet Freiberg, die jahrelang Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Dötlingen war.

Erika Hormann

Fast 13 Jahre liegt die Verleihung der Verdienstmedaille an die Harpstedterin Erika Hormann zurück. „Ich war im Rat tätig, beim DRK, im Verkehrsverein. Ich unterstütze alles, was ich ehrenamtlich machen kann“, sagt sie. Die Medaille trägt sie nur zu besonderen Anlässen. „Beispielsweise beim 25-jährigen Jubiläum des Seniorenbeirats.“ Auch Hormann findet: „Frauen setzen sich in unserer Gesellschaft stark ein. Oft arbeiten sie aber im Hintergrund und kaum einer weiß davon“, bedauert sie.

Christel Zießler

„Ich sage immer, ich mach mein Ding und fertig“, gibt sich Christel Zießler bescheiden. Für sie gehe es im Ehrenamt darum, für die Menschen da zu sein und ihnen zuzuhören. „Ich mache das ja alles gerne und freiwillig. Aber natürlich habe ich mich über den Orden als Anerkennung gefreut“, sagt die Ganderkeseerin, die seit 44 Jahren im Gemeinderat und seit über 25 Jahren im Kreistag tätig ist. „Ich denke immer, um mich rum sind so viele Frauen, die so eine Auszeichnung verdient hätten“, sagt Zießler.

Gloria Balthazaar Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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