HOLZHAUSEN Von einem „unfairen Umgang“ mit den Anliegern sprechen Ratsmitglieder; die Betroffenen selbst fühlen sich an Schilda erinnert: Der marode Zustand der Dorfstraße in Holzhausen erhitzt seit langem die Gemüter. Im Fall einer Sanierung der als Gemeindestraße eingestuften Trasse müssten die Anrainer tief in die Tasche greifen. Dabei sind sich viele Akteure einig, dass die Straße eine überörtliche Funktion hat.

„Nach Prüfung der Sachlage spricht einiges für eine Einstufung der Holzhauser Dorfstraße als Kreisstraße“, schrieb Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann an die CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley und Ansgar Focke (die NWZ  berichtete). In dem Schreiben bezieht sich der Minister auf den Entwurf einer Petition, die ihm der Holzhauser Cord Brockmeyer zugestellt hat. Darin verweist der 64-jährige Holzhauser darauf, dass die Dorfstraße seit mehr als 30 Jahren vom überörtlichen Verkehr wie eine Kreisstraße genutzt werde. Allein durch das Aufstellen von Hinweisschildern habe der Landkreis der Verbindung von der Kreuzung der L 873 in Holzhausen bis zu B 213 (Ahlhorner Straße) de facto den Status einer Kreisstraße zugewiesen.

Das sieht auch die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Wildeshausen so. „Die Verbindung zwischen Kleinenkneten und der Kreuzung Holzhauser Straße/Visbeker Straße ist bereits Kreisstraße, nämlich die K 246“, sagt CDU-Baufachmann Artur Gabriel. Konsequent sei, wenn auch die Fortsetzung bis zur B 213 – also die Holzhauser Straße – zur Kreisstraße hochgestuft werde. Am Verkehrsschild in Kleinenkneten sei bereits auf die B 213 hingewiesen worden. Dann wurde der Hinweis überklebt, weiß Gabriel. Er forderte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi auf, erneut mit dem Kreis über die Übernahme der Straße zu verhandeln oder eine Klärung über die Landesregierung herbeizuführen. Auch Innenminister Schünemann schrieb im Januar, die Beschilderung sei ein „starkes Indiz dafür, dass der Landkreis die Holzhauser Dorfstraße als Verbindungsweg für überörtliche Verkehrswege ansieht“. Er hatte eine erneute Verkehrszählung angeregt.

Im städtischen Haushalt 2012 sind 145 000 Euro an Planungskosten für die Holzhauser Straße eingestellt. In den Jahren 2013 und 2014 seien dann 1,44 Mio. Euro für die Baumaßnahme zwischen der Kreuzung B 213 und der Visbeker Straße (L 873) fällig, erläuterte Kämmerer Thomas Eilers. Auch die Anliegerbeiträge seien für 2014 veranschlagt. Ob die Stadt auch Mittel nach dem so genannten Entflechtungsgesetz erhalte, sei offen, sagte Bauamtsleiter Ulrich Fortmann.

Derweil wird der politische Druck größer. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Holzhauser Straße eine Kreisstraße wird“, kündigte der Landtagsabgeordnete Christian Dürr (FDP) gegenüber der NWZ  an. Er habe bereits am Rande der MIT-Versammlung auf Gut Altona mit Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) über das Thema gesprochen.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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