Landkreis Das Land Niedersachsen hält sich zurück, die vielen leerstehenden Gebäude auf dem ehemaligen Fliegerhorst Ahlhorn als Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge anzumieten. „Innenminister Pistorius kennt die sensible Lage in Ahlhorn“, erklärte am Mittwoch die Landtagsabgeordnete Renate Geuter (SPD) und meint damit den hohen Ausländeranteil im Ort. Der liegt bei rund 50 Prozent. „Das Land sieht die Probleme in Ahlhorn und ist bemüht, alternative Unterkünfte zu finden. Das kann ich nur unterstützen“, so Geuter und nannte als Beispiel die Situation in der Grundschule, wo knapp 60 Prozent der Kinder ausländische Wurzeln hätten.

Gleichwohl könne sie nicht ausschließen, dass die Gebäude im Metropolpark Hansalinie irgendwann doch einmal gebraucht werden, weil niemand wisse, wie viele Flüchtlinge noch nach Deutschland kommen. Die Metropolpark Hansalinie GmbH habe die einstigen Bundeswehr-Unterkünfte mehrfach dem Land angeboten. Es ist die Rede davon, dass dort 1500 Menschen Platz fänden.

Sozialen Frieden wahren

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley hält Ahlhorn für ungeeignet, dort Flüchtlinge unterzubringen. „Wir brauchen weitere Räume für Flüchtlinge in Niedersachsen. Doch wir müssen sie auch gerecht verteilen“, so Bley. Er fürchte um den sozialen Frieden in Ahlhorn. „Das Gesamtbild könnte stark aus den Fugen geraten; denn wir müssen auch an die einheimischen Bürger denken.“

Bley erklärte, dass er gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Ansgar Focke an Innenminister Pistorius geschrieben habe, um zu erfahren, ob es Verhandlungen mit der Metropolpark Hansalinie GmbH für ein Erstaufnahmelager gibt.

Bley sprach davon, dass auch der Landkreis Oldenburg nach Alternativen für Ahlhorn suchen sollte; denn er lehnt es ab, dass der Landkreis auf dem ehemaligen Fliegerhorst Flüchtlinge unterbringt. „Bei aller Liebe, die Flüchtlinge unterzubringen und den Menschen zu helfen: Doch Ahlhorn ist dafür nicht geeignet.“

Geuter hingegen will eine mögliche Entscheidung des Landkreises nicht kommentieren. „Ich gehöre nicht dem Kreistag an. Ich respektiere seine Entscheidung.“

Die Kreisverwaltung rechnet mit 30 bis 40 Flüchtlingen pro Woche – und die brauchen ein Dach über dem Kopf. Der Landkreis, der wie die Kommunen eine dezentrale Unterbringung favorisiert, kommt angesichts der Wohnraumsituation aber nicht mehr umhin, zentrale Unterkünfte anzumieten. Dazu zählen auch die Gebäude auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Ahlhorn. Im Gespräch sind Räumlichkeiten für 300 Flüchtlinge.

Mehrheitsfähige Lösung

Der SPD-Landtagsabgeordnete Axel Brammer äußerte Verständnis dafür, dass der Landkreis Oldenburg sich für die Häuser in Ahlhorn interessiert. „Der Krisenstab muss eine Lösung finden, die von der Mehrheit mitgetragen wird.“ Eine Entscheidung sollte möglichst nicht gegen den Willen der Gemeinde Großenkneten gefällt werden. Sollte der Metropolpark Hansalinie unausweichlich sein, müsse es Kompensationen für Ahlhorn geben.

So sieht es auch Ansgar Focke. Er kann sich 300 Flüchtlinge im Metropolpark vorstellen, jedoch wartet er nun auf ein Konzept der Kreisverwaltung. Ein Erstaufnahmelager für 1500 Flüchtlinge in Ahlhorn lehnten sowohl Brammer als auch Focke ab.

Weitere Luftaufnahmen aus der Region finden Sie auf MöwenBlick.de.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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