Dötlingen Für das „Haus der Begegnung/Kulturpavillon“ stellt die Gemeinde Dötlingen gratis ein Grundstück zur Verfügung. Das hat der Gemeinderat am Donnerstagabend beschlossen. Es handelt sich um das dritte Projekt der Dötlingen-Stiftung, ermöglicht durch eine 1,5-Millionen-Euro-Spende von Detlef Knechtel, der seit 80 Jahren in Dötlingen lebt und nun gerne etwas dem Dorf und seinen Menschen zurückgeben möchte.

In der Sitzung des Gemeinderates Dötlingen im Landhotel war das Thema nachträglich auf die Tagesordnung gerückt. Aufgerufen wurde die Beschlussfassung, am Rande des Dorfgartens entlang des Sandweges ein Grundstück (Alternativen 2a oder 2b) per Schenkung für das Projekt und damit das Haus der Begegnung zu verabschieden. Der Rat stimmte zu – bei drei Gegenstimmen (die Grünen Gabriele Roggenthien und Dirk Orth sowie Thore Güldner, SPD).

Damit setzte der Rat den eine Woche zuvor im Verwaltungsausschuss gefassten Beschlussentwurf um. Vor der Abstimmung bekräftigte Willi Niehoff (CDU), dass die „Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit“ gesehen werde. Insa Huck (SPD) warb für ihre Fraktion dafür, die große Chance für die Gemeinde zu nutzen und ein Gebäude für nahezu alle kulturellen Anlässe zu erhalten. Eckehard Hautau (FDP) bekräftigte, dass der Geldspender ein neues Gebäude für Dötlingen wünsche. Das sei die einzige Vorgabe.

„Spontane Bewegung“

Die beiden Grünen-Ratsmitglieder sahen dagegen noch Handlungsbedarf – zur Überraschung der anderen. Vor der Sitzung habe noch Einmütigkeit geherrscht, erinnerte Hautau.

Die Grüne Roggenthien hielt das Tourismuskonzept für unausgegoren, Was passiere mit dem Precht-Grundstück und dem Tabken-Hof? „Heute sollten wir deshalb keine Entscheidung fällen, sondern diese noch einmal in den Parteien beraten und damit auch Dötlinger Bürgern die Möglichkeit zur Stellungnahme geben.“ Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen wurde aber abgelehnt.

Der Sinneswandel der Grünen kam durch eine schriftliche Stellungnahme zustande, die Harri Brendler im Namen einer „spontanen Bewegung“, wie er es nannte, während der Bürgerfragestunde vortrug. 23 Einwohner aus der Gemeinde hatten das Schreiben mit Datum vom 21. Juni unterzeichnet. „Wir fordern bei der Festlegung des Standortes für den Kulturpavillon die Einwohner der Ortschaft Dötlingen in die Entscheidung einzubeziehen“, verlas Brendler. Von der Liste der Unterzeichneten wohnt knapp die Hälfte direkt im Dorf Dötlingen.

Der ehemalige langjährige SPD-Ratsherr Brendler: „Für uns ist Dötlingen wichtig. Es ist unser Lebensmittelpunkt und wesentlicher Teil unserer Lebensqualität. Wir wollen beim Projekt Kulturpavillon mitreden und mitentscheiden. Wir wollen vom Rat genauso behandelt werden wie die Stiftung.“ Als Alternative brachte Brendler den Tabken-Hof ins Spiel. „Der soll verkauft werden“, erklärte Brendler. FDP-Ratsherr Claus Plate dazu: „Das dürfte für uns eine Nummer zu groß sein.“

Bedenken des Nabu

Bürgermeister Spille betonte: „Mit der Schenkung des Grundstücks an die Stiftung fallen nicht automatisch alle Türen zu. Es gibt im Lauf der Bauleitplanung genügend Möglichkeiten, Gehör zu finden. Das fängt schon mit der frühzeitigen Bürgerbeteiligung an.“

Während der Fragestunde äußerten auch Marianne Steinkamp und Carlo Beeskow Bedenken. Der NABU kümmere sich um die Obstbaumwiese, die Ausgleichsfläche der BEB ist, und die erhalten bleiben müsste. Dierk Garms warnte unter anderem vor den Folgekosten.

Harald Meyer, Beiratsvorsitzender der Dötlingen-Stiftung, betonte in der Sitzung: „Herr Knechtel will sich kein persönliches Denkmal schaffen. Eigentlich wollte er gar nicht erwähnt werden.“ Die Stiftung komme für alle Folgekosten auf. Eine frühere öffentliche Diskussion sei nicht möglich gewesen. Wer eine Dorferneuerung von 1991 auf den Tisch legen wolle, der spreche von Beratungsergebnisse von vor fast 30 Jahren. „Seitdem habe sich viel verändert“, sagte Meyer.

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