Kirchhatten Kein Blatt vor den Mund nahmen die Landfrauen im Deutschen Haus in Kirchhatten. Die Landfrauen „wollten es wissen“ von den sechs Bundes- und Landtagsabgeordneten aus den Wahlkreisen 28, 64 und 66, denn die Landfrauen sind politisch interessiert, überparteilich und wissen um die Nöte ihrer Höfe. Sie erhofften sich klare Aussagen von den politischen Vertretern.

Zum zweiten politischen Speeddating, das erste fand im September 2017 zum Thema Wahlen statt, lud der Kreislandfrauenverband Oldenburg die hiesigen sechs Vertreter in den Parlamenten ein. „Diesmal geht es um existenzielle Fragen“, so die Kreisvorsitzende Heide Behrens. Sie bat dabei bei den Grünen und den Linken um Verständnis. MdB Christian Dürr (FDP), MdB Astrid Grotelüschen (CDU), MdB Susanne Mittag (SPD), MdL Karl-Heinz Bley (CDU), MdL Axel Brammer (SPD) und MdL Harm Rykena (AfD) hatten sich bereiterklärt, die Fragen der Landfrauen zu beantworten.

Zwölf Minuten pro Thema

Als Moderator des Abends hielt Ulrich Suttka, stellvertretender Redaktionsleiter der NWZ-Redaktion im Landkreis Oldenburg, die Fäden in der Hand. Mit launigen Kommentaren sorgte er dafür, dass die Zeit, jeweils zwölf Minuten, für sechs Themenkomplexe, auch eingehalten wurde. Bei Bildungspolitik, Fachkräftemangel, Klima, Energie und Umwelt, Medizinischer Versorgung, Sozialen (Un-)Gerechtigkeiten, aber auch der Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland, versuchte jeder der Abgeordneten, noch die letzte Sekunde auszunutzen.

In den Runden an Einzeltischen mit jeweils fünf bis sieben Frauen, ging es nicht nur um Tuchfühlung, sondern vor allem um Fakten und Ansichten. Neben dem schlechten Image der Landwirtschaft und dem Höfesterben kamen auch die Digitalisierung und Begriffsklärungen wie Massentierhaltung und bäuerlicher Familienbetrieb auf den Tisch.

Der rote Faden Digitalisierung zog sich am Tisch „Medizinische Versorgung und Pflege“ durch die Themenvorgabe. Diskutiert wurde die Schließung von Entbindungsstationen in Krankenhäusern und die Wiedereinführung für ein eventuell verpflichtendes Freiwilliges soziales Jahr. Grundrente, die ungerecht sein kann, gleiche Bezahlung von Männern und Frauen für gleiche Arbeit und eine Altersarmut, die weiblich ist, standen im Fokus der Runde „Soziale (Un-)Gerechtigkeit“.

Das Fazit der Politiker

Wie die Bundes- und Landespolitiker das Speeddating empfanden, stellten sie nach 72-Talk-Minuten jeweils mit kurzen Statements klar und zwar nach „Dienstalter“: Karl-Heinz Bley (66, CDU) und seit 16 Jahren im Landtag: „Jeden Tag hören wir etwas Neues. Da passt eine solche Runde gut hinein. Für mich wichtige Anregungen, die ich gerne mitnehme.“

Christian Dürr (42, FDP), seit 16 Jahren parlamentarisch tätig, heute stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender und aus der Bildungspolitik kommend: „Konkreter müssen wir Politiker sein, wenn es um die Bildungspolitik geht“, stellte er heraus.

Axel Brammer (64, SPD) war begeistert vom Speeddating. „Man bekommt viel mit auf den Weg. Landwirte müssen ordentlich Geld verdienen. Eine Lösung ist aber nur mit dem Handel möglich.“

Astrid Grotelüschen, (54, CDU) sieben Jahre MdB: „Landfrauen denken praktisch, suchen Antworten nach dem Wie geht es weiter? Was ist erreichbar? und sind gut vorbereitet. Sie wissen um die Bedeutung der mangelhaften Digitalisierung.“

Susanne Mittag (61, SPD), sechs Jahre MdB: „Die Zeit war kurz, brachte aber auch keine Überraschungen. In Berlin sind wir ziemlich nah an den Themen dran. Aber es wichtig, sich auszutauschen.“

Harm Rykena (56, AfD), seit 2017 im Landtag: „Als Politiker sollen wir Fachmann für alles sein. Dem ist natürlich nicht so. Die Themenkomplexe waren interessant, konnten aber noch nicht so professionell von mir beantwortet werden. Die AfD ist noch jung. Wir arbeiten uns heran.“

Gefördert worden war die Veranstaltung von der Ländlichen Erwachsenenbildung Niedersachsen.


Ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
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