Kirchhatten Kreisel oder nicht Kreisel? In der Frage, wie Kirchhattens Marktplatz künftig aussehen soll, haben sich jetzt noch mal einige Pächter und Eigentümer (siehe Infobox) der anliegenden Grundstücke mit einer Erklärung an die NWZ gewandt. Sie betonen darin, „keinesfalls freiwillig“ ihr Eigentum für den Umbau des zentralen Dorfplatzes herzugeben. Für den Bau des geplanten Kreisverkehrs am Marktplatz ist aber genau dies die Grundvoraussetzung.

Hier der genaue Wortlaut des Schreibens: „Die Seele unseres Marktplatzes ist die historische Hümmen-Eiche. Mit dem Fällen der Eiche wird unserem Platz die Seele geraubt. Wir, die Unterzeichner dieser Erklärung, leben und arbeiten am Marktplatz von Kirchhatten. Für viele Kirchhatter, jung und alt, ist der Platz durch die Kirche, Arztpraxis, Yoga-Raum, Therapeuten, Jugendzentrum, Bücherei, der neuen Seniorenbetreuung, dem Klimazentrum, dem Hotel & Restaurant, der Dorf-Bäckerei, dem Uhrmacher und der Fahrschule einer der Kerne sozialen Lebens, eben der „Soziale Marktplatz von Kirchhatten“.

Fußläufigkeit, Sicherheit und viel Raum zur entspannten Begegnung sind entscheidend für solch einen Platz. Darum forderten wir in erster Linie eine Entschleunigung des Verkehrs, natürlich mit sicheren Querungen, Fuß- und Radwegen vor allem für Kinder und Senioren.

Stattdessen wird der Verkehr mit breiteren Straßen und riesigen Betonflächen ohne Fahrradwege um/am Kreisel und noch schmaleren Fußwegen beschleunigt.

Für diese Maßnahmen stellen wir unterzeichnenden Anliegern keinesfalls freiwillig unsere Grundstücksflächen zur Verfügung.“

Angst vor Verlust

In einer früheren Erklärung hatten die Anlieger des Marktplatzes von Kirchhatten am Reformationstag bereits davor gewarnt, „den Ortsmittelpunkt dem Auto-Verkehr zu opfern.“ Man fürchte um die Zerstörung des Ortsbildes durch den geplanten 22-Meter-Kreisel.

Am Mittwoch erneut Thema im Bauausschuss

Unterzeichnet haben das Schreiben: Familie Dannemann (Der Dorfbäcker), Susanne Riesmeyer (Ambulanter Pflegedienst/Tagespflege ProVita Pflege mit Herz GmbH), Michael Stroka (Eigentümer), Dr. Katja Hesse ( Hausarztpraxis), Christa Tacke und Hartmut Fröling (Klimazentrum Kirchhatten), Familie Schnitker (Zum Deutschen Hause), Sylvia Scharffetter-Schönfisch und Joachim Scharffetter, Bernd Langspecht (Physiotherapie) sowie Wolfgang Martens (Geschenke Martens) und Birgit Stamm (ProWin Müller & Stamm GbR).

Am Mittwoch, 14. November, 17 Uhr wird sich der Bau- und Planungsausschuss erneut mit dem Thema beschäftigen – allerdings keinen weiteren Beschluss verabschieden.

Planfeststellungsverfahren: Das vom Verwaltungsausschuss auf seiner jüngsten Sitzung auf den Weg gebrachte Planfeststellungsverfahren bleibt von der Erklärung der Anlieger nicht direkt betroffen und läuft an. Es werde sich im weiteren Verlauf zeigen, ob die Kreisverkehrlösung am Marktplatz sich realisieren lasse, so Bürgermeister Christian Pundt zur NWZ.

Der Marktplatz in Kirchhatten wird geprägt durch die im Jahr 1881 gewidmete Hümmen-Eiche, die bereits um 1900 eine beachtliche Größe aufwies. Ein genaues Alter ist nicht bekannt, Schätzungen schwanken zwischen 150 und über 200 Jahren. „Wir - die an diesem Kreisel leben sollen - lehnen das Fällen dieses Baumes ab“, betonen die Anlieger. Sie sorgen sich verständlicherweise auch um den Wertverlust, den ihre Häuser erleiden könnten, wenn durch schwere Kraftfahrzeuge die Bausubstanz Schaden nimmt.

Die Eiche war noch bei der letzten Dorfneuerneuerung in den Jahren 1989/1990 als besonders schützenswert herausgestellt worden. Für Kirchhatten sei die Eiche ein Naturdenkmal und damit ein wichtiges Kulturgut des Ortes, so die Anlieger.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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