Kirchhatten Die kürzlich aus der SPD ausgetretene Hatter Ratsfrau Katja Radvan (44) bleibt nicht lange parteilos. Sie hat ihre neue politische Heimat bei der Partei „Die Linke“ gefunden. Diese Entscheidung gab die Kirchhatter Unternehmerin am Freitag gemeinsam mit Linke-Kreisverbandssprecherin Kreszentia Flauger und Schatzmeister Christian Suhr bekannt.

„Alleine erreicht man weniger“, begründet Radvan ihre Entscheidung, nicht als Parteilose weiter im Rat zu bleiben. Die Linke sei die Partei, die ihren politischen Überzeugungen am meisten entspreche. „Mir ist sehr wichtig, dass etwas gegen die zunehmende soziale Ungleichheit getan wird. Auch die linke Forderung einer konsequenten, aber sozialen Klimapolitik finde ich notwendig und richtig.“ Die 2016 mit den meisten Stimmen (1027) in den Rat Gewählte bestätigte, dass sie auf Kreisebene bereits Mitglieder der Linken kennengelernt habe. „Die Atmosphäre und der Umgang untereinander gefallen mir gut.“

Die Kreisverbandssprecherin und Fraktionsvorsitzende der Linken, Kreszentia Flauger, bezeichnete den Radvan-Eintritt als willkommene Verstärkung in der Kreistagsfraktion. Erfreulich sei auch die Möglichkeit, wieder im Hatter Rat Positionen der Linken einzubringen. Noch nicht entschieden ist, in welcher Form Radvan ihre Arbeit im Hatter Rat fortsetzen wird: „Ob ich als Einzelmandatierte im Rat weiterarbeiten werde oder ob es eine Gruppenbildung geben wird, ist noch offen. Dazu wird es in den nächsten Tagen noch Gespräche geben.“ Auch die Zuordnung der Ausschusssitze der Linken-Fraktion im Kreistag ist laut Flauger offen.

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Hohes Risiko

Keine Frage: „Die Linke“ zählt zu den Gewinnern des überraschenden Wechsels. Sie ist über Nacht nach fast drei Jahren Pause wieder im Hatter Gemeinderat vertreten, und die nun drei Vertreter im Kreistag bescheren ihr nach der Kreistagssitzung am 2. Juli das bislang von der UWG ausgeübte Stimmrecht im wichtigen Kreisausschuss.

Ob Katja Radvan ebenfalls zu den Gewinnern zählen wird, ist dagegen offen. Kommt es zu keiner Gruppenbildung im Rat, hätte sie genauso wenig Einflussmöglichkeiten wie als Parteilose. Sie dürfte lediglich an einem Fachausschuss ihrer Wahl beratend, aber ohne Stimmrecht, teilnehmen. Auch ihre derzeitige Position als Ratsvorsitzende ist keineswegs mehr sicher. Ihr Wechsel zu den Linken könnte zu einem Stimmungsumschwung im Rat führen, schließt der Vorsitzende der größten Fraktion, Uwe Hollmann (SPD), nicht aus. Als Parteilose hätte zumindest die SPD sie gewähren lassen wollen, so war noch vor Tagen zu hören.

Unabhängig wie die SPD sich entscheidet: Nach NWZ-Informationen liegt im Hatter Rathaus bereits der Antrag einer anderen Fraktion vor, über den Ratsvorsitz zu reden. Möglicherweise sind ihre Tage in dieser Funktion gezählt. „Daran hängt mein Herz nicht“, betonte Katja Radvan auf Nachfrage der NWZ.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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