Altona Kämpferische Töne bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst am Freitagabend: „Wir Jäger Niedersachsens rüsten auf. Wir bewaffnen uns mit Argumenten“, erklärte Karl-Wilhelm Jacobi, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, in seinem Bericht. Dass es sinnvoll sei, für die eigenen Ziele einzutreten, hätte die abgesagte Novellierung des Landesjagdgesetzes gezeigt. „Minister Meyer hat sich dazu entschieden, diesen Kriegsschauplatz zunächst wieder zu verlassen. Ansporn für uns, als Verband mit 53 000 Mitgliedern, weiter zu machen.“

Ins selbe Horn stieß Helmut Blauth, stellvertretender Vorsitzender der Landesjägerschaft aus Delmenhorst: „Um es jagdmännisch auszudrücken: Berlin soll die Witterung aufnehmen und unseren Herzschlag spüren.“ Zuvor hatte Blauth das Thema Wolf nicht ausgespart, das nach dem Abschuss des sich abnormal verhaltenden Wolfes „Kurti“ im Heidekreis neue Fahrt aufgenommen hat.

„Unser Wissen wird nicht genutzt“, bedauerte Blauth und erinnerte daran, dass ein umfangreiches Wolfs-Kataster über die Landesjägerschaft geführt wird. „Wir sollten jeden Wildtierriss, den wir in unseren Revieren finden, dokumentieren und der Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft, Frau Dr. Habbe, schicken“, forderte auch Jacobi auf. „Die Landesregierung möchte das Thema aus den Medien haben. Wir Jäger sollten aber weiter Datenmaterial sammeln, um die Bewegungsprofile der Wölfe möglichst genau abbilden zu können.“

Eingangs hatte der Kreisvorsitzende eine kommende Beitragserhöhung ab voraussichtlich 2019 in Aussicht gestellt. „Elf Jahre waren die Beiträge stabil. Nun wird eine Erhöhung diskutiert.“

Zum Thema „Schießstand auf Gut Altona“ wartete Jacobi mit keinen guten Nachrichten auf. Aufgrund schlechten Wetters konnte im Herbst nicht mehr die letzte Bodenfuhre gleichmäßig und glatt aufgebracht werden. „Wir brauchen jetzt Sonne und viel Wind, damit der Boden trocknen kann.“

Erfreulich sei, dass sich mit Friedhelm Schönhoff ein neuer Leiter für den Schießstand in Altona gefunden habe, nachdem Uwe Gropp, Rudi Vesely und Udo Leibscher sich von diese Aufgabe zurückgezogen hatten.

Wird neuer Kreisjägermeister: Friedrich Hollmann (links) mit dem Vorsitzenden der Jägerschaft, Karl-Wilhelm Jacobi. BILD: Peter Kratzmann
Wird neuer Kreisjägermeister: Friedrich Hollmann (links) mit dem Vorsitzenden der Jägerschaft, Karl-Wilhelm Jacobi. BILD: Peter Kratzmann

Friedrich Hollmann soll neuer Kreisjägermeister werden

Wechsel bei der Position des Kreisjägermeisters: Erich Kreye (Ahlhorn) gibt das Amt in einem halben Jahr auf. Seit 2006 hatte er es in zwei Wahlperioden inne. Die Nachfolge wird Friedrich Hollmann aus Iserloy (Gemeinde Dötlingen) antreten. Er wurde am Freitagabend einstimmig bei der Jahreshauptversammlung gewählt. Endgültig entscheidet der Kreistag über die Nachfolge.

Der Streckenbericht, letztmals von Kreye vorgetragen, zeigte einen weiteren Rückgang der erlegten Kreaturen in den elf Hegeringen der Kreisjägerschaft. Zum Rückgang des Niederwildes berichtete Jacobi, dass es positive Beispiele für funktionierende Niederwildbesätze geben würde. „Allerdings nur da, wo eine effektive Fallenjagd betrieben wird. Daneben müssen wir mehr Lebensraum für die Nachhaltigkeit schaffen.“ Er forderte die Jäger, die auch Landwirte sind, dazu auf, das Biotop des Niederwildes zu erhalten. „Nur so können wir gegen den Trend arbeiten und den Lebensraum der Wildtiere erhalten.“ In diesem Zusammenhang erinnerte der Kreisvorsitzende an den Biotopfond Blühstreifen. 100 Hektar seien aus der intensiven Landwirtschaft herausgenommen worden.

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