Hude /Wüsting „Wenn man mit dem ganzen Herzen dabei ist, macht man das nicht einfach nebenbei“, sagt Anke Paradies. Und deshalb hatte sich die 55-Jährige schweren Herzens entschieden, im Dezember ihr zeitaufwendiges Ratsmandat in Hude niederzulegen, aus gesundheitlichen Gründen. 33 Jahre hat die SPD-Frau aus Wüsting die Kommunalpolitik mitgestaltet. Politik sei kein leichtes Geschäft. Es gebe Höhen und Tiefen, und die Politik lebe oft vom Kompromiss.So ihre Erkenntnis aus dem Ehrenamt, das sie neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als kaufmännische Angestellte und Ausbilderin ausübte.

Mit 22 Jahren wurde Anke Paradies das erste Mal in den Huder Rat gewählt. Sie hatte sich als Jugendliche in der Landjugend engagiert. Und über die Landjugend sei sie in die Politik gekommen. Mehr junge Leute sollten die Ratsarbeit mitgestalten. Das war der Antrieb. Es sei zu Anfang nicht ganz einfach gewesen, in der Fraktion als so junges Mitglied Fuß zu fassen, erinnert sie sich. Aber sie hat sich ihren Platz in der Politik erarbeitet. „Wahlkampf war nie mein Ding.“ Gleichwohl haben die Wählerinnen und Wähler ihr in den 33 Jahren gleich sieben Mal den Sprung in den Gemeinderat ermöglicht.

Mit Baby in der Sitzung

Anke Paradies hat zwei erwachsene Kinder. Sie erinnert sich noch gut dran, wie sie vor 25 Jahren ihre damals kleine Tochter mit in die Ratssitzung brachte. Soziale Themen liegen ihr besonders am Herzen. Frauen, Familie, Kinder – dafür setzt sie sich ein. Ein persönlicher Tiefpunkt sei für sie gewesen, als in Hude die hauptamtliche Frauenbeauftragten-Stelle auf eine nur noch ehrenamtliche Stelle reduziert wurde. Um das zu verhindern, habe sie hart gekämpft, aber gegen den „Männer-Überschuss“ im Rat leider verloren. Vielleicht werde sich das ja noch wieder ändern für die Stelle, die jetzt „Gleichstellungsbeauftragte“ genannt werde. Das sei damals jedenfalls ein großer Fehler gewesen. Gleichberechtigung sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. „Das war es nicht und ist es immer noch nicht.“

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Gerne erinnert sie sich an ihren erfolgreichen Einsatz für die ersten Krippenplätze in der Gemeinde. Es war ein hartes Stück Arbeit. Sie war damals Vorsitzende des Sozialausschusses. Die Kinderbetreuung lag der Mutter von zwei Kindern immer am Herzen. „Wenn wir früher über die Erhöhung der Kindergartengebühren berieten, habe ich immer gesagt: Ich will das nicht. Das sollte kostenfrei sein.“ Jetzt, viele Jahre später, sei es endlich so weit.

Das Bäderwesen liegt Anke Paradies ebenfalls sehr am Herzen. Gerne schwimmt sie ein paar Runden im Sommer im Naturbad.

Radtouren als Hobby

Sehr viel Spaß macht ihr die Huder Partnerschaftsarbeit. Diese möchte sie auch weiter im Partnerschaftsforum begleiten. Durch die vielen Begegnungen seien auch Freundschaften entstanden.

Gerne erinnert sie sich an die Europaradtour im Jahr 2004, als Menschen aus den Partnergemeinden nach Straßburg radelten. Einmal im Jahr gibt es immer noch eine Radtour mit Freunden aus den Partnergemeinden.

Radtouren sind ihr Hobby. Bei den Sportfreunden Wüsting-Altmoorhausen betreut Anke Paradies gemeinsam mit Ehemann Volker die von ihnen 2005 gegründete Radtourengruppen. Von März bis Oktober organisieren sie monatliche Tagestouren. Und auch eine Tour über drei bis vier Tage ist dabei. „Diese Gruppe ist total toll.“

Anke Paradies ist Mitglied des Kreistages seit 2016. Davor war sie bis 2011 schon mal zehn Jahre SPD-Abgeordnete. Ihr Mandat im Kreistag, wo sie Vertreterin des Kreistagsvorsitzenden ist, will sie weiter ausüben. Und die Ratsarbeit in Hude? – Erst einmal möchte sie mehr Zeit für sich finden. Aber so ganz sei das Thema vielleicht noch nicht abgehakt. Besonders wichtig aber sei es, dass sich junge Leute für die Ratspolitik interessierten. Das sei eine gute Möglichkeit, Demokratie zu leben und das Leben vor Ort mitzugestalten. „Man kann schon einiges bewegen“, sagt sie.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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