Hude „Müssen wir die Menschen mehr in den politischen Entscheidungsprozess einbinden?“ Das fragt sich der Verein P.L.U.S aus Hude und veranstaltet zu dem Thema „Mehr Demokratie wagen? Politische Mitbestimmung auf dem Prüfstand“ eine Diskussionsrunde in Hude. Diese ist am Dienstag, 4. Dezember, von 18 bis 21 Uhr im Kulturhof in Hude. Zunächst wird ein Vortrag über das politische System in Deutschland gehalten. Wie ist das System aufgebaut? Welche Institutionen gibt es? Wie funktionieren Wahlen? Anschließend können sich die Besucher aktiv einbringen und mitüberlegen, ob es Alternativen zu diesem bestehenden System gibt. Der Eintritt ist frei.

Schüler mobilisiert

Vor zwei Jahren hat sich der Verein gegründet und erklärt nun noch einmal, wie es zu dem Verein kam und was seine Ziele sind.

Auf die Idee gekommen ist der Deutsch- und Politiklehrer Christoph Mildner von der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg. Angesichts der Flüchtlingsdebatte hatte der Huder den Drang, tätig zu werden und mobilisierte die Schüler in seinem Leistungskurs Politik, um einen Verein zu gründen. Mit sieben Leuten ging P.L.U.S – das heißt Politik, Leben, Umwelt, Sicherheit – dann an den Start. „Ziel ist es, Wege der politischen Beteiligung zu ermöglichen“, sagt Mildner.

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Etwa fünf bis zehn Veranstaltungen, von Vorträgen bis hin zu Podiumsdiskussionen, organisiert die Gruppe von mittlerweile 20 Mitgliedern – größtenteils ehemalige Schüler – nun jährlich im Landkreis Oldenburg. Themen, zu denen sie immer geeignete Referenten einladen, waren bisher beispielsweise Glyphosat, Konsum, öffentlicher Nahverkehr, Inklusion oder die Zukunft der Rente. „Bürger können auch Vorschläge zu Themen machen“, ermutigt Derya Yildirim, 2. Vorsitzende des Vereins, die Menschen, sich einzubringen.

Einen Satz hört Mildner besonders häufig: Es macht keinen Sinn, sich mit Politik auseinanderzusetzen. Wir können eh nichts ändern. „Das ist ein innerer Rückzug. Die Leute resignieren“, erklärt der Lehrer. Doch „Politik fängt da an, mit Leuten zu reden“, ist Yildirim überzeugt, die an der Universität Oldenburg Deutsch und Politik studiert. Deshalb findet sie auch, dass Facebook eine gute Plattform ist, um sich auszutauschen. „Die Leute schreiben teilweise gute Kommentare. Aber es gibt natürlich auch Kommentare, die nur vorurteilsbehaftet sind. Das ist sehr gefährlich für die politische Diskussion.“

Der Verein schafft ein Forum auf neutralem Boden, in dem Bürger mit Politikern reden können. So waren bei den Veranstaltungen schon Kreistags-, Landtags- und Bundestagsabgeordnete dabei. Besonders wirkungsvoll sei es, lokale Bundestagsabgeordnete einzuladen und diese mit den Bürgern in Kontakt kommen zu lassen, „denn sie vertreten die Interessen der Bürger vor Ort“, erklärt Mildner. „Die Welt können wir dadurch nicht verändern. Aber es ist der einzige Mechanismus, den wir haben.“

Hilfe für Schüler-AG

Der Verein kooperiert zudem mit der Arbeitsgemeinschaft „AG Zukunft“, die an der Graf-Anton-Günther-Schule angeboten wird. Um dieses Schulprojekt zu unterstützen, erhält P.L.U.S. Fördergelder von der Initiative „Openion - Bildung für eine starke Demokratie“.

Die Mitglieder von P.L.U.S. haben in Zukunft noch viel vor. Vorstellen könnten sie sich zum Beispiel ein politisches Satirefestival im Landkreis Oldenburg. Um solche Dinge zu ermöglichen freut sich der Verein immer über neue Mitglieder, die Lust haben, bei den Projekten mitzuwirken. „Wir hoffen, dass die Beteiligung noch zunimmt“, sagt Mildner und betont, dass man dafür kein Politikwissenschaftler sein muss. „Wir brauchen jede Menge Hilfe bei der Organisation der Veranstaltungen.“

Veranstaltungen dieser Art stärken die Meinungsbildung in der Bevölkerung. Man macht neue Erkenntnisse, lernt neue Blickwinkel kennen, und die eigenen Vorurteile werden aufgebrochen. Politik ist dazu da, Kompromisse auszuhandeln, um nach Lösungen zu suchen. „Wenn uns die Fähigkeit verloren geht, uns zu streiten, ist die Demokratie gefährdet.“ Deshalb wollen die Mitglieder von P.L.U.S. die Menschen motivieren, mit anderen über Politik zu diskutieren und hoffen auch in Hude auf viele Besucher in der kommenden Woche, wenn es heißt: „Mehr Demokratie wagen.“

Wer sich für den Verein P.L.U.S. interessiert oder Fragen hat, kann sich per Email (vorstand@plus-verein.de) an den Vorstand wenden.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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