Hoykenkamp Christel Zießler sitzt seit 43 Jahren im Ganderkeseer Gemeinderat und verfügt über 25 Jahre Kreistagserfahrung, Heinz-Peter Häger hat bald fünf Jahrzehnte Kommunalpolitik voll. Für ihre Verdienste um die Sozialdemokratie sind die beiden am Sonntag beim Jahresempfang des SPD-Ortsvereins Ganderkesee im Gasthof Menkens in Hoykenkamp mit der Willy-Brandt-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, ausgezeichnet worden.

Christel Zießler, die 1972 in die Partei eingetreten war, kandidierte 1976 erstmals für den Gemeinderat. Sie habe auf Anhieb das beste Ergebnis aller SPD-Kandidaten erzielt, wie Ortsvereins-Vorsitzender Stephan Bosak in seiner Laudatio berichtete. Bei der Kommunalwahl 2016 sei es der Falkenburgerin sogar gelungen, das beste Einzelergebnis aller Ratskandidaten einzufahren.

Langjährige Parteimitglieder geehrt

Neben der Würdigung der Verdienste Christel Zießlers und Heinz-Peter Hägers durch die Willy-Brandt-Medaille ehrte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Stephan Bosak auch einige langjährige Parteimitglieder.

Für 50 Jahre in der SPD erhielten die Ehrennadel in Gold: Heide Beier, Friedrich Rohlfs und (in Abwesenheit) Egon Luerssen.

Für 40 Jahre Parteizugehörigkeit ehrte Bosak darüber hinaus Margret Oltmanns und Rolf Schütte sowie für 25 Jahre in der SPD Bernd Janshen, Holger Dienst und Kira Dienst.

Nicht nur Bosak verneigte sich vor der Leistung seiner Parteikollegin, sondern auch der SPD-Landtagsabgeordnete und scheidende Unterbezirksvorsitzende Axel Brammer würdigte Arbeit und Person seiner Kreistagskollegin. Er stellte besonders die Loyalität Zießlers und ihre Toleranz heraus, lobte aber auch ihre Kompetenz in Sachfragen. „Wenn sie sich zu Wort meldet, merkt man, dass sie die Sitzungsvorlage gelesen hat und weiß, wovon sie spricht.“

Sprung lässt vortragen

Die Laudatio für Heinz-Peter Häger kam von Ganderkesees ehemaligem Gemeindedirektor und Bürgermeister Gerold Sprung – der allerdings verreist war und einen Brief verlesen ließ. Sprungs Worte an das älteste Mitglied des Gemeinderats trug Marcel Dönike, das jüngste Mitglied der SPD-Fraktion und des gesamten Rats, vor.

Sprung würdigte Häger, der 1968 im Rat der damals noch selbstständigen Gemeinde Schönemoor in die Kommunalpolitik eingestiegen war und seit 1975 im Ganderkeseer Gemeinderat sitzt, als hartnäckigen Kommunalpolitiker, der heute „fast schon ein bisschen staatsmännisch neben der Bürgermeisterin“ sitze. Häger habe sich nie verbiegen lassen oder nach höheren Ämtern gestrebt. Er sei „immer bodenständig und bescheiden“ geblieben.

Auch Bürgermeisterin Alice Gerken ließ sich entschuldigen. In ihren schriftlichen Glückwünschen an Zießler und Häger schrieb sie, dass beide ihre mehr als 15 000 Tage im Rat genutzt hätten, „um die Gemeinde qualitativ voranzubringen“.

Appell zum Wählen

Im Vorfeld der Ehrungen hatte SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag über die Errungenschaften Europas gesprochen und zugleich den Appell formuliert, am 26. Mai zur Wahl zu gehen. „Je höher die Wahlbeteiligung ist, desto wirksamer kann gegen den Populismus angekämpft werden“, so Mittag. Europa sei heute „Sehnsuchtsort und Ziel“ für Menschen von außerhalb, betonte Mittag. An die Stelle von Waffenstärke sei über die Jahrzehnte Verhandlungsstärke getreten.

Frieden und Sicherheit bezeichnete auch Brammer als sein „Hauptanliegen an Europa“. Mancher regulatorische Eingriff der EU erweise sich im Nachhinein als durchaus sinnvoll. „Wer über Europa meckert, blickt nur auf sich selbst und nicht auf das Ganze“, ist Brammer überzeugt.

Einen unterhaltsamen Rahmen verlieh dem Jahresempfang Fred Molde, ebenfalls SPD-Ratsherr, mit Akkordeonmusik und Gesang. Unter anderem ließ er die Europahymne „Freude, schöner Götterfunken“ erklingen.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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