Hoykenkamp Eine Bahnüberquerung westlich vom Hohenborn in Hoykenkamp ist mit den meisten Fraktionen im Ganderkeseer Rat zurzeit nicht zu machen. „Rührt das nicht an“ (Heinz-Peter Häger/SPD) und „Finger weg davon“ (Arnold Hansen/Freie Wähler) lauteten im Ausschuss für Gemeindeentwicklung die spontanen Kommentare auf entsprechende Überlegungen der Verwaltung. „Das funktioniert dort doch alles sehr gut“, mahnte auch Jens Volbert (Grüne), es bei der derzeitigen Situation zu belassen, und Cindy Klüner (CDU) betonte, dass aus gutem Grund keine Planungsmittel für dieses Projekt in den Haushalt 2018 eingestellt worden seien.

Die Situation

Verwaltungsseitig sieht man das anders: „Für mich ist nicht alles gut am Hohenborn“, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken mit Blick auf den nördlichen Teil der Straße zwischen der Bahnlinie und der Schierbroker Straße. Bei den dortigen Anliegern sei die Gemeinde im Wort, dass die marode Fahrbahn in den nächsten Jahren ausgebaut werde – aber nur in geringem Maße. Wenn keine Überquerung gebaut würde und der Bahnübergang „Auf dem Hohenborn“ offenbleibt, müsste es indes wohl auf eine große Lösung hinauslaufen. Der ganze Hohenborn wäre dann weiterhin stark mit Verkehr belastet.

Unterstützung fand die Bürgermeisterin nur bei der FDP: „Wir sollten langfristig an der Planung festhalten“, appellierte Ratsherr Hans-Jürgen Hespe. Zurzeit sei sie aber nicht zu verwirklichen, sah auch er ein.

Die alte Planung

Knackpunkt ist die vor vielen Jahren geplante Verkehrsführung, die schon am unteren, südlichen Ende des Hohenborn einen Verlauf über den Quellenweg und von dort weiter über private Flächen eines ansässigen Pferdezuchtbetriebes vorsieht. Dieser hatte schon seinerzeit energischen Einspruch gegen die Planung eingelegt und einen Grundstücksverkauf ausgeschlossen. „Daran hat sich bis heute nichts geändert“, resümierte Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung.

Die neue Idee

Auf entschiedene Ablehnung stieß im Ausschuss der Alternativvorschlag der Verwaltung, auf die Quellenweg-Trasse zunächst zu verzichten und stattdessen die Querspange zwischen Fockestraße und Hohenborn nach Nordwesten zu verlängern und mit einer Bahnüberquerung an das Gewerbegebiet Buschhagen und schließlich die Schierbroker Straße anzuschließen. Damit werde das grundsätzliche Ziel, die Anlieger auf dem Hohenborn zu entlasten, nicht erreicht, hieß es übereinstimmend. Im Gegenteil: Es würde noch mehr Verkehr auf diese Straße gelockt.

Die große Sorge

Und dann ist da in den Hinterköpfen immer noch die Angst vor der „Entwicklungsachse“. Auch wenn diese vor zehn Jahren heftig diskutierte und von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr durchaus gewünschte Umgehungsstraße für Delmenhorst aktuell kein Thema ist, sorgen sich die Ganderkeseer Politiker, dass sie das irgendwann doch wieder werden könnte. Und dann wäre eine fertige Bahnüberquerung in Hoykenkamp eine willkommene Steilvorlage für jeden Straßenplaner. Das will in Ganderkesee niemand.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.