AHLHORN AHLHORN - „Es könnte sein, dass sie ein ähnliches Wunder erleben, wie wir mit dem Fall der Mauer“, meinte am Mittwochabend Heinz Heinsen. Als Präsident der Synode der Oldenburgischen Kirche begrüßte Heinsen im Blockhaus Ahlhorn den evangelischen Pastor Jadallah Shihadeh aus Palästina.

Shihadeh (49), der laut Heinsen „als Reisender in Sachen Frieden“ unterwegs ist, zeigte sich denn auch angesichts der aktuellen Entwicklungen in seiner Heimat sehr zuversichtlich, das endlich dauerhafter Frieden in Israel und Palästina einkehren möge.

„Beide Völker erkennen, dass es mit dem Morden aufhören muss“, sagte Shihadeh zu dem Waffenstillstand, den Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon vereinbart haben. Unter Arafat seien von palästinensischer Seite viele Fehler gemacht worden. Und auch bei den Israelis haben sich ein Wandel vollzogen.

Das Gleichgewicht sei jetzt wieder hergestellt, so Shihadeh. Und er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass jetzt auch Härte gezeigt werde, damit radikale Gruppen den Friedensprozess nicht weiter torpedierten.

Für den Frieden in seiner Heimat kämpft Jadallah Shihadeh seit vielen Jahren auf seine Weise. Seit 1985 ist er Pastor der Evangelisch-lutherischen Kirche der Reformation in dem etwa 10 000 Einwohner zählenden Städtchen Beit Jala, zwölf Kilometer von Jerusalem und ganz in der Nähe von Bethlehem.

Es ist nur eine kleine evangelische Gemeinde mit rund 500 Mitgliedern, dafür aber um so aktiver, was die Versöhnung angeht. Im Mittelpunkt steht dabei das Projekt „Abrahams Herberge“. In dieser Begegnungsstätte wird intensiv der Dialog zwischen Christen und Muslimen gefördert, wobei insbesondere den Kindern und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit gilt. Hauptziel sei die Begegnung der Jugendlichen. „Sie sind die Zukunft der Länder Israel und Palästina und der ganzen Welt“, so Shihadeh.

Um die Jugendarbeit zu finanzieren, gibt es in „Abrahams Herberge“, die vor etwas mehr als einem Jahr eingeweiht wurde, auch ein Gästehaus. Und Pfarrer Shihadeh lud am Mittwochabend alle ein, nach Beit Jala zu kommen.

Bislang gab es fast nur einseitige Besuche von Gruppen aus Beit Jala in Deutschland. Das soll sich schon im Herbst ändern, wenn eine 20-köpfige Gruppe aus dem Raum Oldenburg mit Erwachsenen und jungen Leuten ab 18 einen Gegenbesuch macht, wie Diakonin Elke Kaschlun und Landesjugendpfarrer Karsten Peuster berichteten. In der Gruppe für junge Leute sind noch Plätze frei.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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