Hospizverein
„Einmal hab ich Kinderlieder vorgesungen“

Aktuell hat der Hospizverein acht Begleiterinnen in seinen Reihen. Am Dienstagabend berichteten einige von ihrer Tätigkeit.

Bild: Karsten Kolloge
Blumen als Dankeschön (von links): Anke Scheele, Elke Kopmann-Cordes und Silke Meier-Sudmann bei der Verabschiedung in der BegegnungsstätteBild: Karsten Kolloge
Keine Freiartikel mehr in diesem Monat.

Bereits NWZ-Abonnent?

Jetzt anmelden

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Harpstedt Was sollten Menschen mitbringen, die sich als Hospizbegleiter engagieren möchten? Anke Scheele muss bei dieser Frage nicht lange nachdenken. „Ruhe“ sei wichtig, „zuhören können“, „Geduld“, „Zeit“, sicher auch Empathie. Die Harpstedterin weiß, wovon sie spricht: Seit 2007 hat sie nach einer entsprechenden Ausbildung Menschen in der letzten Phase ihres Lebens begleitet. Jetzt, 77-jährig, zog sie einen Schlussstrich – und wurde am Dienstagabend beim Treffen des Hospizvereins Samtgemeinde Harpstedt in der Begegnungsstätte mit Blumen verabschiedet.

Anke Scheele habe sich über einige Jahre als 3. Vorsitzende sowie „die ganze Zeit“ seit Gründung des Vereins (2007) als Pressewartin verdient gemacht, würdigte Vorsitzende Elke Kopmann-Cordes den Einsatz. Auch sei sie Ideengeberin und Organisatorin des Benefizkonzertes im September 2017 in der Christuskirche gewesen.

Blumen hatte Kopmann-Cordes auch für Silke Meier-Sudmann dabei, die bis Mai den Posten der 3. Vorsitzenden innehatte (Nachfolgerin ist Barbara Steinhilber) und sich im Hospizcafé engagierte (jetzt wird das Café von Marion Hohnstedt, Claudia Helms und Elke Kopmann-Cordes betreut).

Aktuell, so sagte Kopmann-Cordes, habe der Harpstedter Verein acht aktive Hospizbegleiterinnen. Ob das reicht? „Die Anfragen sind mehr geworden. Zwölf könnten wir gebrauchen.“

Um manch eine Sterbebegleitung, so berichtete Anke Scheele, sei sie aus dem größeren Bekanntenkreis heraus gebeten worden. Bis nach Bremen-Horn sei sie gefahren. Wichtig ist ihr das Vertrauen zu den Sterbenden, oft bräuchten auch die Angehörigen Unterstützung.

Viele der Besuchten seien bettlägerig und reden nicht mehr, „aber sie spüren, dass man da ist, halten schon mal die Hand fest, möchten, dass man bleibt.“ Einmal „habe ich einer Frau Kinderlieder vorgesungen“, erinnerte sie sich, teils habe sie Geschichten erzählt. „Das mochte sie gern.“

Alte Menschen „haben oft nicht mehr die große Angst vorm Sterben“, schilderte Karin Möller, ebenfalls seit 2007 dabei, ihre Erfahrung. Manche hätten über den Tod hinweg schon alles vorbereitet, so Anke Scheele: Sie hätten festgelegt, an wen Karten geschickt werden sollen, welche Lieder in der Kirche gesungen werden – „bis ins Detail“.

Und was bringt die Begleitung der Hospizbegleiterin? „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man die Dankbarkeit spürt“, sagte Karin Möller – und ihre „Kolleginnen“ nickten zur Bestätigung. „Man nimmt auch das eigene Leben anders wahr“, ergänzte Gabriele Proske. Was für Anke Scheele fest steht: „Wir sind alle nur Gast auf dieser Welt. Auf den Tod muss man sich genauso vorbereiten wie auf eine Geburt.“
 Der Hospizverein ist erreichbar: Telefon  0172/472 46 53

Das könnte Sie auch interessieren