Großenkneten Im September 1965 trat er sein Amt als Gemeindedirektor in der Gemeinde Großenkneten an: damals 35 Jahre alt, verheiratet, eine sechsjährige Tochter. Herbert Wolff zählte seinerzeit zu den „jüngsten Verwaltungsleitern der Landkreisgemeinden“. Auf die Frage nach seiner zukünftigen Arbeit meinte Wolff, „dass er bis zur nächsten Ratssitzung so weit sein werde, um der Gemeindevertretung seine Gedanken darüber darlegen zu können“, berichtete unsere Zeitung. Dass daraus 28 Jahre werden würden, in denen er die Gemeinde nachhaltig geprägt hat, war nicht zu ahnen. Jetzt ist der hoch angesehene Verwaltungsfachmann kurz nach seinem 89. Geburtstag in Oldenburg gestorben. Die Gemeinde trauert um ihn.

Seine erste Sporen im Berufsleben hatte Wolff sich als Lehrling ab 1947 bei der Gemeinde Weende/Göttingen verdient. Hier kletterte er kontinuierlich die Karriereleiter bis zum Vertreter des Gemeindedirektors empor. Als Großenkneten für den in Ruhestand gehenden Gemeindedirektor Fischer einen Nachfolger suchte, bewarb er sich und überzeugte den Rat.

Damit begann eine Ära, in der Wolff als Gemeindedirektor fast drei Jahrzehnte die große Konstante im Großenkneter Rathaus war. Die damals ehrenamtlichen Bürgermeister wechselten, aber der hauptamtliche Verwaltungschef blieb. „Die letzten 28 Jahre waren von Wolff geprägt. Das, was sich hier bewegt hat, ist unzertrennlich mit dem Namen Wolff verbunden“, sagte Heinz Heinsen als Bürgermeister im Jahr 1993, als die Nachfolgersuche begann.

Mit seinen vielfältigen Kenntnissen und Fähigkeiten sowie großem Einsatzwillen setzte sich Wolff erfolgreich für die Entwicklung der Gemeinde ein: von der Förderung der Wirtschaft (mit Ansiedlung der Erdgasaufbereitungsanlage) über die Schaffung von Baugebieten, den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, die Förderung der Feuerwehr, Schulausbau etc.

Bei der Verabschiedung aus dem Amt im September 1993 hielt sich Heinz Heinsen bewusst kurz: „Alles andere wäre zu einer abendfüllenden Veranstaltung geworden, denn schließlich sind es so unzählig viele Meilensteine in der Entwicklung der Gemeinde, bei denen Wolff mitgewirkt hat.“ Dabei sei Wolff den Bürgern als Partner begegnet, so Heinsen (2017 gestorben).

„Stets gut gelaunt und offen für jedes und jeden“, beschrieb seinerzeit Pastorin Sabine Spieker-Lauhöfer die Person Wolff. Der Partnerschaft mit Evergem widmete er sich ebenso wie den Belangen des Bundeswehrstandortes Ahlhorn.

Als „Vorbild für Generationen von Hauptverwaltungsbeamten“ sah 1993 Oberkreisdirektor Wolfgang Haubold das Wirken von Wolff. Die Ehrenmedaille der Städte- und Gemeinde würdigte das langjährige ehrenamtliche Engagement Wolffs in den Gremien. Auch nach der Pensionierung hielt Wolff, der nach Oldenburg umzog, den Kontakt zu Großenkneten und war bei verschiedenen Anlässen ein gerngesehener Gast.


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Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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