Großenkneten /Ahlhorn Die Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Das ist am Montagabend der einmütige Tenor im Jugend-, Ordnungs- und Sozialausschuss gewesen und deshalb steigt die Gemeinde Großenkneten zum Jahresende aus der Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur Wildeshausen „Misch mit“ aus. „Wir haben es damals als Chance gesehen, unser starkes Ehrenamt noch weiter zu stärken, doch das ist nicht eingetreten“, gestand CDU-Fraktionschef Ralf Martens ein. So sahen es alle Ausschussmitglieder und empfahlen die Beendigung der Mitgliedschaft zum 31. Dezember 2020.

Großenkneten ist in der Projektphase des Landkreises Oldenburg seit Januar 2019 Mitglied. Im „Zeppelin – Treffpunkt im Quartier“ in Ahlhorn wurden regelmäßige Sprechstunden eingerichtet, mit viel Aufwand für Angebote bei Institutionen und Vereinen geworben und Ehrenamtliche gesucht.

Zu wenig vermittelt

Als die Corona-Krise ausbrach, entschied sich die Gemeinde für eine Verlängerung um sieben Monate. „Sie erfolgte, um der Freiwilligenagentur die Chance zu geben, sich weiterzuentwickeln, Erfolge sichtbarer zu machen und für ihre Arbeit zu werben“, erinnerte Bürgermeister Thorsten Schmidtke. Doch der erwünschte Effekt blieb aus. Zwar kam der Vorsitzende der Freiwilligenagentur, Dieter Brüggmann, im September zu einem positiven Zwischenfazit, doch diese Einschätzung teilten Politik und Rat nicht. Letztlich gelang es der Agentur bisher, 13 Personen in ehrenamtliche Tätigkeiten in der Gemeinde zu vermitteln und sieben Kneter in Aufgaben in anderen Kommunen.

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Für den Bürgermeister sind Effektivität und Effizienz nicht in der erwarteten Art und Weise eingetreten. „Die Kosten der Mitgliedschaft stehen in keinem angemessenen Verhältnis zum Erfolg der Arbeit“, so Schmidtke. Mit 12 400 Euro. war die Kommune dabei, obwohl der Landkreis das Projekt bereits kräftig fördert.

Nur Harm Rykena (AfD) sah das Ergebnis der Agentur als „gar nicht so schlecht an“, aber auch er fand fast 2000 Euro pro vermittelte Person zu teuer. Niklas Reineberg (SPD) bezeichnete weitere Ausgaben als „in keinem Fall berechtigt“. Carsten Grallert (Kommunale Alternative) bedauerte das Scheitern der Agentur, sah aber auch keine Alternative zum Austritt der Gemeinde.

Früh gewarnt

Bernd Book, beratendes Mitglied und Ehrenamtlicher aus Ahlhorn, erinnerte an den Startschuss. Damals seien viele Ehrenamtliche im Rathaus gewesen und hätten gewarnt: „Lasst es bitte bleiben und gebt das Geld lieber den Ehrenamtlichen.“ Daher sein Statement: „Wir begrüßen es, dass das Projekt eingestampft wird.“

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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