Ganderkesee /Delmenhorst /Lemwerder In puncto B 212neu ziehen die Grünen aus dem Landkreis Oldenburg, der Stadt Delmenhorst und der südlichen Wesermarsch an einem Strang: „Nein“ sagen sie zum Neubau des B 212neu-Abschnitts von Harmenhausen bis Bremen, „nein“ sagen sie damit auch zu einer Umgehungsstraße für Delmenhorst. Die Adressatin der kollektiven Botschaft: Susanne Menge, verkehrspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, die am Freitag in die „Eiche“ in Schlutter gekommen war.

Wenn auch das „Nein“ wie im Gleichklang kam – die Begründungen hierfür waren verschieden. Der Stadt Delmenhorst, so prognostizierte Ratsherr Richard Pendzich, werde die B 212neu im nördlichen Stadtgebiet massive Verkehrs- und Lärmprobleme bescheren. Das gelte es zu verhindern.

Für Ganderkesee fürchtet Dr. Reinhold Schütte in der Folge der Bundesstraße den Bau einer Umgehungsstraße über Ganderkeseer Gebiet – „da sind wir alle dagegen in dieser Gemeinde“. Die Umgehung würde eine erhebliche Verkehrsbelastung für den Ort Ganderkesee und womöglich eine Anbindung der A 28 an die A 1 nach sich ziehen.

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Ratsfrau Brigitte Rosenow (Lemwerder) wies auf die hohe Flächenversiegelung im Falle eines Neubaus hin – für Verkehrsströme, die „nicht so riesig“ seien. Besser als ein Neubau, so sagten die Grünen unisono, sei ein Ausbau vorhandener Straßen.

Die Landtagsabgeordnete machte keinen Hehl daraus, dass es zum Neubau der Bundesstraße auch andere Meinungen gebe – offenbar auch bei den Grünen. Parteimitglieder aus Bremen „äußern sich verhalten“.

Für eigene Straßenneubau-Projekte, so die Einschätzung der Abgeordneten, habe das Land kaum Geld. Schwerpunkt solle es in Zukunft sein, den Kommunen die Sanierung ihrer Straßen zu ermöglichen. Im Fall der (vom Bund zu erstellenden) B 212neu, so die Abgeordnete, gebe es offensichtlich ein „hohes Konfliktpotenzial“.

Für Irritationen sorgte bei dem Gespräch in der Eiche die Meldung, wonach die neue Landesregierung den Neubau des B 212-Abschnitts Harmenhausen/Bremen aus der Liste der für den nächsten Bundesverkehrswegeplan angemeldeten Projekte herausgenommen habe. Doch das stimme nicht, sagte Christian Budde, Pressesprecher im Niedersächsischen Verkehrsministerium. Die B 212neu sei nach Einschätzung von Minister Olaf Lies (SPD) eine wesentliche, wichtige Anbindung für die Wesermarsch.

Allerdings verfolge man das Ziel, dass die Bundesstraße ohne Anbindung an die L 875 (Stedinger Landstraße) gebaut werden soll. Wenn dies gelinge, werde Delmenhorst von den befürchteten Verkehrsmassen verschont bleiben. Auch werde eine Ortsumgehung über Ganderkeseer Gebiet dann nicht gebraucht.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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