Wardenburg Es soll ein gemeinsamer Denk-Tag werden: ein Tag des Erinnerns, aber auch des Nachdenkens über Lehren für die Gegenwart. Zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, soll es in der Gemeinde Wardenburg eine breit angelegte öffentliche Veranstaltung geben, in die insbesondere auch die Jugend einbezogen ist. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Am Everkamp wird dann zu einem einzigen Ort der Begegnung mit vielfältigen Aktionen zum Thema „Begegnung – Akzeptanz schaffen und Vorurteile abbauen“. Das Gedenken sieht Rektor Gernot Schmaeck auch als eine Zukunftsaufgabe: Ursache von Völkerhass, Verfolgung, Gewalt seien auch „mangelnde Akzeptanz und Toleranz gegenüber anderen“; der Gedenktag solle aufzeigen,„wie begegnet man dem“.

Gemeinsam auf die Beine gestellt wird die Veranstaltung von der IGS mit Unterstützung der Gemeinde, des Präventionsrates, der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, der ev.-luth. Kirchengemeinde Wardenburg und der kath. Kirchengemeinde St. Josef.

Geplant ist ein ganztägiges Programm bis zum Schulschluss um 15.10 Uhr, auf das sich die Schülerinnen und Schüler thematisch in einer Projektwoche vorbereiten – gearbeitet wird dabei zu Themen wie jüdischer Glaube, Flüchtlinge gestern und heute und warum sie ihre Heimat verlassen müssen oder Alltagsausgrenzungen und wie die Mauern der Ausgrenzung einzureißen sind. Auch ein Simulationsspiel, eine Art Theaterstück, zählt zu den Angeboten, ebenso Musik.

Die Ergebnisse sollen beim Gedenktag der Öffentlichkeit präsentiert werden, Besucher können sich umschauen und mitmachen. Dafür sind insbesondere die Vormittagsstunden von 10 bis 12 Uhr gedacht, wenn die Schule auch Gäste von Landkreis, Gemeinde Wardenburg und umliegenden Gemeinden, Schulen, Kirchen und Politik erwartet. Gedacht sei auch daran, in der Zeit einen separaten Bereich für Grundschulen einzurichten mit altersgerechten Angeboten, erläutert Schmaeck.

Auch das Erinnern hat seinen Raum. Eine Gruppe wird nach einer ökumenischen Andacht zur Kranzniederlegung an der Gedenktafel auf dem Kugelmannplatz aufbrechen – 2009 eingeweiht, um an die im Nationalsozialismus verfolgte und ermordete Wardenburger Familie Kugelmann zu erinnern. Deren Schicksal steht auch im Mittelpunkt bei einem Projekt des Präventionsrates mit Konfirmanden: Sie erstellen ein Audioguide über die Familie Kugelmann, das beim Gedenktag öffentlich vorgestellt werden soll, wie die Gemeinde ankündigt.

Wort und Ton sollen den Gedenktag ausklingen lassen: Geplant sind zwei verschiedenartige Konzerte von Gitarrenduo bzw. Schülerband sowie zeitgleich ein Abschluss ohne Musik, etwa mit Theaterstück oder Lesung.

Die Organisatoren rechnen mit bis zu 800 bis 1000 Teilnehmern, so Schmaeck – allein mehr als 600 Schülerinnen und Schüler von IGS und Everkampschule seien dabei.

Astrid Kretzer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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