Ganderkesee Jürgen Lüdtke hat die Ereignisse vor 30 Jahren „hautnah miterlebt“, wie er sagt: „Wir hatten Verwandte in Ost-Berlin und Rostock, daher bin ich sofort rüber, als die Grenze fiel.“ So ist es für den Vorsitzenden des Ganderkeseer Seniorenbeirats am Dienstag auch eine gedankliche Reise zurück in die eigene Geschichte, was er an den Wänden des Rathaus-Flures sieht und liest. Und er stellt fest: „Das ist hier alles ganz korrekt beschrieben.“

Nicht nur Lüdtke stellt der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ein sehr gutes Zeugnis aus. Auch Hille Krenz, Geschäftsführerin des Präventionsrates der Gemeinde, ist voll des Lobes über die von der Stiftung konzipierte Ausstellung mit dem etwas sperrigen Titel „Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“, die bis zum 30. März im ersten Stock des Rathauses während der Öffnungszeiten zu sehen ist. Die Arbeitsgruppe Respekt/Toleranz/Demokratie des Präventionsrates hatte sich seit dem vergangenen Jahr sehr bemüht, die Ausstellung im 30. Jahr der Einheit nach Ganderkesee zu holen.

Auf 20 großformatigen Informationstafeln zeichnet die Ausstellung den Weg zur Wiedervereinigung in Texten und Bildern nach – thematisch gegliedert und chronologisch aufgebaut. Sie beginnt mit den Veränderungen, die der sowjetische Präsident Gorbatschow Mitte der 80er Jahre einleitet, geht weiter mit der Unzufriedenheit in der DDR mit Wirtschaft und Gesellschaft, schildert wichtige Ereignisse und Entwicklungen – etwa der Betrug bei den Kommunalwahlen und die Massenflucht aus der DDR – und hört bei der friedlichen Revolution und dem Mauerfall noch lange nicht auf. Ausführlich geht es weiter mit den Umbrüchen nach dem 9. November, der ersten freien Volkskammerwahl und der Währungsunion bis zum Vollzug der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990.

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Hille Krenz hebt die Emotionalität hervor, die in vielen Bildern und Texten steckt. „Man bekommt auch einen Eindruck von der Solidarität, die damals vielfach herrschte“, meint sie. Die Gemeinde verbinde mit der Ausstellung den Appell: „Bürger, beschäftigt Euch damit!“

Diese Botschaft richtet sich vor allem auch an Schulen: Sie können die Ausstellung im Rathaus besuchen oder sie nach dem 30. März zu sich holen. Die Papptafeln mit Texten und Bildern sind leicht ab- und aufzubauen, dazu gibt es weitere Unterrichtsmaterialien von der Bundesstiftung. Zu jedem Thema können zudem über einen QR-Code mit dem Handy noch ausführlichere Informationen beschafft werden.

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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