Ganderkesee Nutzen abends mehr Menschen die Bahn, wenn die Straßenbeleuchtung länger eingeschaltet bleibt? Über diese Frage diskutierte am Mittwochabend der Ausschuss für Straßen und Verkehr im Rathaus. Die SPD-Fraktion hatte zuvor beantragt, die Beleuchtungszeiten auszuweiten.

Bis dato wird die Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet werktags um 5 Uhr ein- und um 0.30 Uhr ausgeschaltet. Einzig in den Nächten zu Samstag und Sonntag ist die Beleuchtungszeit bis 1 Uhr erweitert. Zudem bleiben die Lampen im Ortskern in einigen Nächten durchgängig eingeschaltet: an den vier Büttenabenden, am Tag des Faschingsumzugs und die Nacht zuvor sowie am Rosenmontag.

Die bisherige Regelung habe zur Folge, dass an den Bahnhöfen der erste und der letzte Zug bei völliger Dunkelheit ankämen, begründete SPD-Ratsherr Marcel Dönike den Wunsch, die Schaltzeiten der Straßenbeleuchtung auf die Ankunfts- und Abfahrtzeiten der Bahn abzustimmen. Vor und nach dem letzten Zug sollen die Lampen seiner Ansicht nach eine halbe Stunde länger leuchten.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Mit diesem Vorschlag konnte sich am Ende die Mehrheit der Ausschussmitglieder anfreunden – einzig aus den Reihen der CDU gab es vier Enthaltungen. Unterstützung für den Vorstoß hatte die SPD auch von Ganderkesees Gleichstellungsbeauftragter Katrin Gaida-Hespe erhalten. „Licht steigert das Sicherheitsgefühl“, sagte sie. Insbesondere Frauen würden am späten Abend wohl eher aufs Auto umsteigen, wenn der letzte Zug ins Dunkle führen würde.

Jens Volbert (Grüne) sah in einer Verlängerung der Beleuchtungszeit gar ein Plus für den Klimaschutz – anders als die Verwaltung, die auf einen erhöhten Stromverbrauch und letztlich höhere Kosten verweist. Es seien vermutlich mehr Menschen bereit, mit dem Zug zu fahren, wenn sie nicht im Stockdunkeln nach Hause fahren müssten, argumentierte Volbert.

Ebenfalls mit einer knappen Mehrheit angenommen wurde die von SPD beantragte Verlängerung der Ampelschaltzeiten, um insbesondere beeinträchtigten Verkehrsteilnehmern das Überqueren von Straßen zu erleichtern. Dazu hatte die Verwaltung vorgeschlagen, reine Fußgängerampeln im gesamten Gemeindegebiet künftig 24 Stunden am Tag zu betreiben und die Betriebszeit der Ampeln an den vier großen Kreuzungen im Ort Ganderkesee samstags bis 21 Uhr zu verlängern. Bislang waren die Ampeln dort ab 18 Uhr abgeschaltet. Die Umstellung soll am Steinacker/Grüppenbührener Straße zeitnah erfolgen. An den Knotenpunkten Grüppenbührener Straße/Urneburger Straße, Ring/Lange Straße und Mühlenstraße/Bergedorfer Straße werden die Zeiten im Zuge von Straßensanierungsarbeiten im Sommer angepasst.

Rund um die Uhr betriebene Ampelanlagen wie etwa an den Kreuzungen in Bookhorn oder Steinkimmen sind aus Sicht der Verwaltung nur dort sinnvoll, wo ein erhöhtes Verkehrsaufkommen besteht. Anders verhalte es sich beispielsweise im Ganderkeseer Ortskern, wo abends und an den Wochenenden deutlich weniger Verkehr herrsche. Hier sei eine problemlose Nutzung der Knotenpunkte auch ohne Ampel möglich. Kritisch sah Günter Westermann (CDU) die Verlängerung der Schaltzeiten vor dem Hintergrund des Insektenschutzes.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.